Vitamin D: Und es nützt doch?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für poröse Knochen (Osteoporose) und damit für Knochenbrüche, insbesondere der Hüftknochen. Wie das verhindern? Indem man die Knochen stärkt. Dazu benötigt man Vitamin D. Doch über den Nutzen von der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten gibt es ganz unterschiedliche Erkenntnisse – von wirksam bis überflüssig. Eine neue Studie kommt jetzt zu dem Schluss, dass es dabei vor allem auf die Dosis ankommt.

Auf die Dosis kommt es an

Wissenschaftler der Universität Zürich haben die Daten von über 30.000 Patienten ausgewertet, die an Studien zur Vitamin-D-Ergänzung teilgenommen haben. Sie stellten dabei fest, dass die Betroffenen ganz unterschiedliche Dosen des Vitamins zu sich genommen hatten: Manche viel weniger als verordnet, andere, durch zusätzliche Vitamin-D-Quellen, mehr als vorgesehen.

Anhand der Daten kommen sie nun zu dem Schluss, dass Vitamin D, wenn es tatsächlich in ausreichender Menge eingenommen wird, tatsächlich eine schützende Wirkung entfaltet. Doch das gelingt nur, wenn man mindestens 800 internationale Einheiten (IE) Vitamin D pro Tag zu sich nimmt. Dann verringert sich das Hüftbruchrisiko um rund 30%.

Vitaminpillen oder Spaziergänge plus guter Ernährung?

Der Körper benötigt Vitamin D für den Knochenaufbau und die Knochenregeneration. Vitamin D wird durch die Nahrung zugeführt und – in weit umfangreicherem Maße – durch Sonnenlicht im Körper gebildet. Die Erfahrungen zeigen, dass je älter die Menschen werden, der Vitamin-D-Mangel steigt, weil ältere Menschen sich meist weniger an der frischen Luft bewegen.

Deshalb sehen manche Ärzte die Notwendigkeit, dieses Vitamin zusätzlich als Tablette einzunehmen. Wirklich berechtigt scheint das aber nur bei hohem Osteoporose-Risiko oder wenn weder mit der Ernährung noch mit Spaziergängen eine "Vitaminkur" möglich ist. Viel Vitamin D enthalten zum Beispiel Fisch, Eier und Milchprodukte.

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Autor: Christian Sachse, 05.07.2012
Quelle: New England Journal of Medicine 367: 40-49