Kalzium-Präparate erhöhen Gefahr für Herzinfarkt

Sie werden vor allem Frauen in und nach den Wechseljahren sowie generell älteren Menschen verschrieben: Kalzium-Präparate. Das Ziel: die Stabilität der Knochen erhalten und das Risiko für Knochenbrüche senken. Doch nach Zweifeln über die Wirksamkeit dieser Vorbeugemaßnahme kommen nun auch Zweifel am Sinn für die gesamte Gesundheit der Betroffenen auf. Ganz neue Untersuchungen besagen nämlich, dass die Gabe von zu viel Kalzium das Risiko für einen Herzinfarkt dramatisch erhöht.

Festgestellt wurde das anhand der Daten von knapp 24.000 Männern und Frauen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren. Über einen Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 11 Jahren registrierten die Wissenschaftler 354 Herzinfarkte und 260 Schlaganfälle. Diejenigen, die regelmäßig Kalzium-Präparate einnahmen, hatten ein um 86% erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Auf die Schlaganfall-Häufigkeit gab es keine Auswirkungen.

Das Fazit der Wissenschaftler: Kalzium-Präparate bringen keinen gesundheitlichen Nutzen sondern eher Nachteile. Bereits in früheren Studien konnte eine Verminderung des Knochenbruchrisikos durch hohe Kalziumgaben nicht belegt werden. Im Gegenteil: Eine hohe Kalziumzufuhr machen Ärzte mittlerweile für Nierensteine sowie Erkrankungen von Magen und Darm verantwortlich. Und Kalzium ist eben auch an der Entstehung von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) beteiligt, was die erhöhte Gefahr von Herzinfarkten erklären könnte.

WANC 25.05.2012
Quelle: Heart 2012, doi: 10.1136/hertjnl-2011-301345

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