Dick sein schützt vor Osteoporose? Nicht immer!

Bisher galt leichtes Übergewicht eher als Schutzfaktor bei Osteoporose. Denn Fettzellen produzieren zu einem gewissen Teil auch Östrogen, und Östrogen wirkt dem Knochenschwund entgegen. Und auch Studien hatten gezeigt: Schlanke Frauen bekommen öfter Osteoporose.

Doch nun muss man offenbar umdenken. Eine US-amerikanische Studie ergab nämlich fast das Gegenteil. Bei 50 Frauen vor den Wechseljahren wurden verschiedene Gewichtsparameter mit der Knochendichte abgeglichen. Das Ergebnis: Diejenigen Frauen mit dem meisten Bauchfett hatten die geringste Knochendichte.

Auf die Art des Fettgewebes kommt es an - und auf das Alter

Sind also doch die schlanken Frauen im Vorteil? Offenbar muss man hier nach der Art des Fettgewebes unterscheiden. Das sogenannte viszerale Fett, das sich vor allem in dicken Bäuchen ansammelt, scheint dabei deutlich ungünstiger zu sein als das rundum verteilte Unterhautfettgewebe. So zumindest deutet Studienleiterin Dr. Miriam A. Bredella die Resultate.

Aber noch etwas anderes könnte den Widerspruch zu früheren Beobachtungen erklären: In der aktuellen Studie ging es um jüngere Frauen vor den Wechseljahren. Also um solche, bei denen noch ausreichend Östrogen vorhanden ist. Möglicherweise kommt aber der positive Effekt der paar Pfunde zuviel erst danach zum Tragen. Dann nämlich, wenn das Östrogen zur Neige geht und die überschüssigen Fettzellen den Mangel zumindest noch teilweise kompensieren.     


Autoren: WANC/ 01.12.10
Quelle: Radiological Society of North America, Health & Beauty Group