Osteoporose: Der schmale Grat zwischen tatsächlicher Gefahr und Geldmacherei

Das Hauptproblem an der Osteoporose ist, dass sie über Jahre keine Beschwerden verursacht. Denn dadurch wird sie meist zu spät erkannt. Das betonte unlängst die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Von wem solche Meldungen lanciert werden, verdient durchaus Beachtung, denn nicht selten sind es Pharmafirmen (die Osteoporose-Medikamente im Sortiment haben), die ganz vorn im Chor derer stehen, die eindringlich vor der Osteoporose-Gefahr warnen. Da mag man dann kaum glauben, dass es ihnen wirklich nur darum geht, dass wir uns alle besser schützen.

Nicht erst reagieren, wenn der Knochen gebrochen ist

Aber auch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (im weistesten Sinne eine wissenschaftliche Vereinigung der Stoffwechselspezialisten) spricht nun von der "stillen Volkskrankheit". Oft sei das erste Symptom ein Knochenbruch. Erst dann also, wenn die Knochen schon so mürbe sind, dass sie bei Kleinigkeiten brechen, wird die Osteoporose häufig entdeckt. Dann aber ist nicht nur der Knochen gebrochen, sondern meist auch insgesamt schon ein sehr fortgeschrittener Knochenschwund zu verzeichnen.

Die DGE empfiehlt allen Personen mit einem höheren Risiko für Osteoporose regelmäßige Knochendichtemessungen. Und das treibt das Risiko hoch:

  • Wechseljahre
  • Bewegungsmangel
  • zu viel Alkohol
  • Rauchen
  • Kortison-Therapie

Wirklich die Knochendichte messen lassen?

Ob Sie jetzt wirklich Ihre Knochendichte messen lassen sollten, bloß weil Sie eine Frau jenseits der 60 Jahre sind, wagen wir allerdings zu bezweifeln. Aber das müssen Sie selbst entscheiden. Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt darüber. Und sprechen Sie vorsichtshalber auch mit Ihrer Krankenversicherung, ob die die Kosten übernimmt.

Die beste Osteoporose-Vorbeugung ist übrigens eine gesunde Ernährung (viel Kalzium und Vitamin D) und Sport.

Autoren: WANC/DR. med. Jörg Zorn, 16.03.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft
 für Endokrinologie