Kann eine Mittelohrentzündung zu Tinnitus führen?

Ja, das ist möglich. Eine akute Mittelohrentzündung oder auch eine Entzündung des äußeren Ohres (Gehörgangsentzündung), bei der Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in das Ohr eindringen, kann einen vorübergehenden Tinnitus auslösen. Ohrengeräusche können aber auch schon durch einen gewöhnlichen Schnupfen entstehen.

Verstopfte Ohrtrompete

Das hat folgenden Grund: Das Mittelohr ist über die Ohrtrompete (Tube oder auch Eustachische Röhre) mit dem Rachen verbunden. Eine Erkältung kann dazu führen, dass die Schleimhaut nun viel mehr Sekret produziert als im Normalfall, um die ungebetenen Krankheitserreger wieder auszuschwemmen. Die Nase verstopft, und der Verbindungsgang zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr schwillt zu.

Gelingt es den Bakterien oder Viren, über die Ohrtrompete ins Mittelohr einzudringen, können sie sich hier vermehren und eine akute Mittelohrentzündung mit Eiterbildung auslösen. Dies kann wiederum bewirken, dass die Tubenschleimhaut stark anschwillt und das Mittelohr vollständig abgedichtet ist. Zudem kann das eitrige Sekret nicht mehr abfließen und sammelt sich immer mehr an.

Mittelohr unter Druck

Die Folge: Das Mittelohr wird nicht mehr ausreichend belüftet, wodurch sich der Druck in der Ohrtrompete erhöht. Dies kann unter anderem mit heftigen Ohrenschmerzen, Fieber und einer generellen Verschlechterung des Hörvermögens einhergehen. Auch ein vorübergehender Tinnitus kann sich einstellen, da die im Mittelohr gelegenen Gehörknöchelchen den Schall fehlerhaft an das Innenohr (und dort zum Hörorgan) weiterleiten.

Wenn der Druck im Mittelohr durch das gebildete Sekret immer größer wird, kann es sein, dass das Trommelfell, das zwischen dem Gehörgang und dem Mittelohr liegt, dem Druck nicht mehr standhält und einreißt.

Behandlung nicht hinauszögern

Eine akute Mittelohrentzündung ist zwar unangenehm und fast immer mit stechenden und zum Teil pulsierenden Ohrenschmerzen verbunden. In der Regel aber heilt sie – und damit auch die lästigen Ohrgeräusche – bei rechtzeitiger Behandlung innerhalb von zwei Wochen wieder vollständig ab.

Durch das kleine Loch im Trommelfell, das durch den hohen Druck entsteht, kann der Eiter wieder nach außen abfließen. Meist lassen dann auch die Ohrenschmerzen schlagartig nach, und die Entzündung bildet sich zurück. Kann das Sekret jedoch nicht entweichen oder wird eine Mittelohrentzündung nicht therapiert, kann sie sich immer weiter ausbreiten und sogar zu einer Hirnhautentzündung oder einer Innenohrentzündung führen.

Eine beginnende Mittelohrentzündung, die sich aus einem Schnupfen oder einer Erkältung entwickelt hat, lässt sich meist gut mit abschwellend wirkenden Nasentropfen oder Nasensprays behandeln. Bei einer akuten Mittelohrentzündung werden zusätzlich Antibiotika eingesetzt.

Ohrentropfen sind dagegen wenig wirksam, weil sie das Mittelohr in der Regel gar nicht erreichen. Außerdem kann der Arzt das Trommelfell dann nicht mehr so gut beurteilen. Von eigenen therapeutischen Manövern ist daher dringend abzuraten.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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Tinnitus: Grundlagen und Ursachen

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Kommentare (1)
Mittelohrentzündung
1 Donnerstag, den 21. März 2019 um 09:34 Uhr
Lorelay
Ich hatte vor 2 Monaten plötzlich Hals und Ohrenschmerzen. Bin dann zum HNo gegangen, der machte einen Abstrich des Rachens. Ergebnis dauerte eine Woche. Während dieser Woche, konnte ich von Tag zu Tag schlechter hören, auf beiden Ohren. Nach der Woche, stand dann eine Streptokokkeninfektion fest. Mit Verdacht auf Hörsturz auf beiden Ohren. Kam sofort ins Krankenhaus. Dort habe ich dann Antibiotika und Kortison Infusionen bekommen. Mein Gehör allerdings, verbesserte sich nicht. Ich bekam dann auch noch einen Tinnitus hinzu. Beidseitig.
Die Ärzte im Krankenhaus, machten keine großen Untersuchungen. Es sollte ein CT gemacht werden, hielt man nicht für nötig. Da die Klinik sehr verschmutzt war, bin ich nach 5 Tagen nach Hause.
Jetzt renne ich von HNo zu HNo. Da ich nun unter einer Schallschwerigkeits Hörminderung leide. Auch beidseitig. Kein HNo hat groß was gemacht, ausser ständige Hörteste. Mein Hausarzt hat mich dann zu CMRT überwiesen. Diagnose, Flüssigkeit im Mastoidberich. Bin dann wieder zum HNo gegangen. Hat niemand interessiert. Kein Therapie Vorschlag.... Nix. Ich kann links zwar wieder besser hören aber rechts ist keine grosse Veränderung aufgetreten. Mir wurde vom HNo gesagt, dass ich nun damit leben muss und doch bitte ne Psychiatrie machen soll. Bin dann zu einem anderen HNo gegangen, der Verordnete mir nun ein Hörgerät. Da ich auf der Straße alleine nicht mehr zurecht komme. Nehme alles laut und Schallverzert wahr. Wie ein Geräuschsalat. Nun soll ich in eine andere Klinik zur Therapie gehen. Da die anderen Ärzte am Ende mit ihrem Latein sind. Mein Leben ist seid dem auf den Kopf gestellt. Ich kann ohne Begleitung im Moment nirgendwo alleine hin. Ich bin verzweifelt
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