Welche Ursachen hat die chronische Mittelohrschwerhörigkeit?

Die chronische Mittelohrschwerhörigkeit entsteht meist infolge sich langsam entwickelnder (Entzündungs-)Prozesse im Gehörgang oder im Mittelohr.

Durch diese dauerhaft bestehenden Störungen bzw. Erkrankungen kommt es zu einer chronischen Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der Geräusche des Alltags zunehmend "wie durch Watte" wahrgenommen werden.

Oft gravierende Ursachen

Eine permanente deutliche Hörminderung einseitig oder auch beidseitig zu haben, ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich sein. So basieren beispielsweise auch chronische Schallleitungsstörungen nicht immer nur auf harmlosen Störungen.

Mögliche Ursachen einer chronischen Mittelohrschwerhörigkeit sind:

  • chronische Mittelohrentzündung
  • chronische Tubenventilationsstörung (durch dauerhafte Sekretansammlung in der Paukenhöhle, meist bei Kindern)
  • Otosklerose (Verknöcherung am Übergang zwischen dem drittem Gehörknöchelchen – dem "Steigbügel" – und dem Innenohr)
  • Stenosen (Verengungen im Gehörgang durch Narben oder Entzündungen)
  • Exostosen (übermäßiges Knochenwachstum im Gehörgang)
  • gut- oder bösartige Tumoren des äußeren Gehörgangs oder des Mittelohrs
  • angeborene bzw. früh erworbene Fehlbildungen/Störungen des äußeren oder mittleren Ohrs (Schallleitungsstörung macht sich bereits in der Kindheit bemerkbar.)

Als hätte man ständig Ohropax drin

Wer unter einer chronischen Mittelohrschwerhörigkeit leidet, beschreibt den bestehenden Höreindruck als gedämpft, leiser oder als wenn er Ohrstöpsel drin hätte. Anders als bei der akuten Schallleitungsschwerhörigkeit ist der Hörverlust bei der chronischen Form meist ein schleichender Prozess. Nicht selten bemerken Betroffene ihre Schwerhörigkeit leider erst dann, wenn Freunde oder Bekannte sie auf die Hörminderung aufmerksam machen.

Eine Tatsache, die gerade wegen der oft zugrundeliegenden entzündlichen Prozesse fatal sein kann. Denn je früher die auslösende Ursache behandelt werden kann, desto besser stehen die Chancen auf eine (vollständige) Genesung.

Hörverlust nicht verharmlosen

Hinter einer chronischen Mittelohrschwerhörigkeit verbergen sich nicht selten schwerwiegende Ursachen, die unbehandelt zu einer massiven Zerstörung von Gewebe bzw. Knochensubstanz führen können.

Deshalb gilt: Lassen Sie jede länger andauernde Hörminderung baldmöglichst von einem HNO-Arzt abklären und verlassen Sie sich nicht darauf, dass sie vielleicht wieder von allein verschwindet. Nur so können Sie sicher sein, dass hinter der Schwerhörigkeit nichts Ernsthaftes lauert.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe