Wie wird eine Innenohrschwerhörigkeit behandelt?

Meist durch die Versorgung mit einem Hörgerät. Bei einer Innenohrschwerhörigkeit bzw. Schallempfindungsstörung ist das Innenohr oft so schwer geschädigt, dass weder eine medikamentöse noch operative Therapie das Hörvermögen wiederherstellen kann.

Schritt 1: Schadensbegrenzung

Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt. Natürlich muss man (wenn möglich) auch bei einer Innenohrschwerhörigkeit zunächst die zugrundeliegende Erkrankung behandeln. So sollten bestehende Tumoren operiert, gehörschädigende Medikamente abgesetzt, bekannte Stoffwechselerkrankungen besser eingestellt sowie Durchblutungsstörungen ausreichend therapiert werden.

Fakt ist dennoch, dass in den meisten Fällen einer Schallempfindungsschwerhörigkeit das Innenohr bereits irreparable Schäden aufweist. Vorrangiges Ziel in der Behandlung der Innenohrschwerhörigkeit sollte demnach schnellstmöglich ein akzeptables Hörvermögen sein.

Schritt 2: richtig Hören und Sprechen

Je nach Ursache, Ausmaß und bereits bestehender Dauer der Hörstörung gibt es auch unterschiedliche therapeutische Ansätze.

Mögliche Hilfsmittel in der Behandlung der Innenohrschwerhörigkeit sind:

  • Versorgung mit dem richtigen Hörgerät (z. B. Hinter-dem-Ohr-/In-Ohr-Hörgeräte) inkl. Hörtraining
  • Cochlea-Implantat bei hochgradiger Schwerhörigkeit bzw. kompletter Gehörlosigkeit und noch funktionierendem Hörnerv, Hörbahn und Hörzentrum
  • ggf. Erlernen des Lippenablesens, der Gebärdensprache, logopädische Betreuung (vor allem bei einer zentralen Störung im Hörzentrum)
  • psychotherapeutische Betreuung bei extremen Stresssituationen, Depressionen, Angstzuständen
  • bei schwerhörigen oder gehörlosen Kindern meist Frühförderung mit Hör- und Spracherziehung

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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