Gibt es verschiedene Stadien der Schwerhörigkeit?

Ja, insgesamt teilt man die Schwerhörigkeit in vier Schweregrade ein. Mit einem speziellen Hörtest, dem Tonaudiogramm, lassen sich Ausmaß und Art der Hörminderung bestimmen.

Bestimmung der Hörschwelle

Das Tonaudiogramm testet das noch vorhandene Hörvermögen in verschiedenen Tonhöhen (Frequenzbereichen) bei unterschiedlichen Lautstärken und ermöglicht dadurch die Bestimmung der sogenannten Hörschwelle. Die Hörschwelle stellt die untere Grenze dar, bei der unser Gehör gerade noch Töne oder Geräusche wahrnehmen kann und ist frequenzabhängig. Die Frequenz wird im Audiogramm in Hertz (Hz) und die Lautstärke in Dezibel (dB) gemessen. Für die Bewertung eines Hörverlustes dient die Hörschwelle für Normalhörende als Grundlage.

Mit Hilfe des Tonaudiogramms lässt sich übrigens nicht nur das Ausmaß, sondern auch die Art der Hörminderung (Schallempfindungs- und/oder Schallleitungsschwerhörigkeit) feststellen.

Von geringgradig bis taub

In Deutschland orientiert sich die Einteilung der Schwerhörigkeitsgrade an der WHO-Definition (Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen). Eine Einteilung, die auch für die Hörgeräteversorgung gesetzlich Versicherter verbindlich ist.

Die vier Stadien der Schwerhörigkeit (nach WHO) sind:

  • geringgradige Schwerhörigkeit: mittlerer Hörverlust von 25 bis 40 dB (Umgangssprache wird etwa einen Meter vor dem Ohr verstanden, das Ticken einer Armbanduhr oder Blätterrauschen können akustisch nicht mehr wahrgenommen werden.)
  • mittelgradige Schwerhörigkeit: Hörverlust von 40 bis 60 dB (Lautes Sprechen wird ca. einen Meter vor dem Ohr verstanden.)
  • hochgradige Schwerhörigkeit: mittlerer Hörverlust von 60 bis 80 dB (Gesprächspartner kann bei normaler Sprechlautstärke nicht mehr gehört werden.)
  • an Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit: Hörverlust von mehr als 80 dB (keinerlei Sprachverständnis bei maximaler Lautstärke, laute Musik wird nicht gehört)

Für den mittleren Hörverlust werden für jedes Ohr getrennt die Mittelwerte des Hörverlustes ermittelt. Dabei werden folgende Frequenzen untersucht: 500 Hz, 1.000 Hz, 2.000 Hz und 4.000 Hz.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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