Was bedeutet Schwerhörigkeit?

Als Schwerhörigkeit oder Hypakusis bezeichnet man eine Minderung des Hörvermögens unabhängig vom Lebensalter.

Die Hörminderung kann individuell stark variieren und von einer geringfügigen Beeinträchtigung bis hin zu einem vollständigen Hörverlust (Gehörlosigkeit) reichen. Abhängig von der zugrundeliegenden Ursache kann die Schwerhörigkeit entweder nur vorübergehend auftreten oder aber dauerhaft bleiben.

Schleichender Prozess

Nach aktuellen Untersuchungen ist etwa jede sechste Person über 18 Jahre in Deutschland hörgeschädigt. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass der Anteil Schwerhöriger mit zunehmendem Alter naturgemäß noch weiter ansteigt (ab dem 65. Lebensjahr ist jeder zweite Mann und jede dritte Frau betroffen).

In den meisten Fällen entwickelt sich die Schwerhörigkeit sehr langsam und wird deshalb von vielen Betroffenen zunächst gar nicht wahrgenommen. Die Bandbreite des Hörens wird zwar zunehmend kleiner, aber aufgrund des schleichenden Prozesses vergisst unser Gehirn mit der Zeit leider, wie groß das Hörspektrum ohne Hörminderung ursprünglich war.

Erste Hinweise von außen

So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass man erst von Familie und Freunden auf die Hörprobleme aufmerksam gemacht wird. Klassische Situationen sind beispielsweise das zunehmend lauter gestellte Radio oder Fernsehgerät, die auffällige Nichtbeteiligung an Gesprächsrunden oder das immer häufigere Nachfragen der Betroffenen.

Erschwerend kommt hinzu, dass man bei einer Hörminderung u. a. zwischen Hören und Sprachverstehen in Ruhe und bei Umgebungsgeräuschen unterscheiden muss. Viele Betroffene bezeichnen sich also unwissend weiterhin als "normalhörend", da ihre Einschränkungen nur in bestimmten Situationen auftreten und somit nicht immer auffallen.

Rechtzeitig zum HNO-Arzt

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Hör- und Gleichgewichtsorgan liegen ganz dicht beieinander und bilden quasi eine Einheit. Störungen in einem dieser Bereiche können sich deshalb auch sehr vielfältig und nicht selten überlappend bemerkbar machen.

Eine Konstellation, die manche Erkrankungen gerade zu Beginn verschleiern kann. Deshalb kann auch nur eine frühzeitige HNO-ärztliche Vorstellung Klarheit in die oft komplexen Beschwerdebilder bringen und den Weg für eine optimale Therapie ebnen. Seien Sie aufmerksam und achten Sie auf weitere mögliche Körpersignale.

Symptome, die im Zusammenhang mit einer Schwerhörigkeit auftreten können, sind:

  • Ohrgeräusche (Rauschen, Klingeln, Pfeifen)
  • Schwindelanfälle
  • Lärmempfindlichkeit
  • Schmerzen
  • Übelkeit
  • Beschwerden anderer Organsysteme etc.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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