Was kann ich bei Altersschwerhörigkeit tun?

Falls Sie über 50 sind, zunehmend schlechter bzw. undeutlicher hören und bei Gruppengesprächen nicht mehr alles verstehen, könnte das ein Hinweis auf eine Altersschwerhörigkeit sein. Nehmen Sie diesen Verdacht ernst und lassen Sie sich zeitnah von einem HNO-Arzt untersuchen.

Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) ist weit verbreitet und stellt die häufigste Form der Innenohrschwerhörigkeit dar. Sie beruht auf einer Schallempfindungsstörung, die langsam, aber kontinuierlich voranschreitet und unbehandelt weitreichende Folgen für die Betroffenen haben kann.

Als erstes zum Arzt

Sollten Sie bisher lediglich die Vermutung haben, dass Ihre Hörminderung vielleicht mit einer beginnenden Altersschwerhörigkeit zusammenhängen könnte, so ist ein Termin beim HNO-Arzt erstmal Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte. Nur der Facharzt kann feststellen, ob es sich wirklich um eine Presbyakusis handelt, oder ob nicht doch etwas anderes hinter der Schwerhörigkeit steckt. Mittels Hörtests kann Ihr Arzt außerdem das Ausmaß bzw. die Intensität des Hörverlustes bestimmen und schließlich entsprechende Therapiemaßnahmen in die Wege leiten.

Besuch beim Hörakustiker

Sollte sich der Verdacht einer Altersschwerhörigkeit bestätigen, lässt sich der Hörverlust derzeit lediglich durch entsprechende Hörhilfen ausgleichen. Eine medikamentöse oder operative Behandlung ist bei dieser Form der Schwerhörigkeit nicht möglich.

Die Hörhilfe muss Ihnen Ihr HNO-Arzt verschreiben. Mit der entsprechenden Verordnung gehen Sie dann zu einem Hörgeräteakustiker, der zusammen mit Ihnen Ihr ganz persönliches Hörgerät aussucht und entsprechend anpasst.

Mut zur Hörhilfe

Haben Sie keine Scheu. Heutzutage sind die modernen Hörhilfen nicht nur recht unauffällig zu tragen, sondern dank der fortgeschrittenen Technologie auch von hervorragender Qualität. Die Tage der großen, fiependen, beigefarbenen Hörgeräte ist längst passé.

Leider sind aufgrund zu starker, dauernder Lärmeinwirkung (Konzerte, Diskotheken, MP3-Player) zunehmend auch viele Jugendliche von einer Hörminderung betroffen und bereits auf Hörhilfen angewiesen. Um auch diesem sehr jungen Klientel gerecht zu werden, gibt es Hörgeräte inzwischen in bunten Farben, mit außergewöhnlichem Design und sogar Smartphone-fähig.

Lassen Sie sich doch einfach mal ganz unverbindlich in einem Fachgeschäft beraten. Sie müssen sich ja nicht sofort entscheiden und können sich erstmal langsam an das Thema Hörhilfe herantasten.

In wenigen Schritten zum neuem Hörerlebnis

Nachfolgend haben wir nochmal für Sie zusammengefasst, wie Ihr Weg vom Verdacht einer Hörminderung bis hin zur Behandlung einer bestätigten Innenohrschwerhörigkeit aussehen könnte.

Vorgehensweise bei (Verdacht auf) Altersschwerhörigkeit:

  • Vorstellung bei einem HNO-Arzt
  • ausführliche HNO-ärztliche Untersuchung inkl. diverser Hörtests
  • ärztliche Verordnung einer Hörhilfe bei bestätigter Altersschwerhörigkeit
  • unverbindliche Beratung beim Hörakustiker
  • individuelle Anpassung des ausgesuchten Hörgeräts
  • ggf. Teilnahme an speziellen Hörgerät-Kursen bzw. Hörtraining
  • bessere Lebensqualität durch besseres Hören

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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