Hörsturz: Was ist eine intratympanale Kortikoid-Therapie (ITC)?

Bei der intratympanalen Kortikoid-Therapie handelt es sich um ein spezielles Verfahren in der Behandlung des Hörsturzes. Hierbei wird eine Mischung aus Kortison und Hyaluronsäure durch das betäubte Trommelfell direkt ins Mittelohr gespritzt.

Der Einsatz von Kortison-Präparaten in der Behandlung des Hörsturzes basiert u. a. auf der Annahme, dass sich die abschwellenden, antientzündlichen und immunsuppressiven (das Immunsystem unterdrückenden) Eigenschaften dieser Medikamente positiv auf sämtliche Symptome der Erkrankung auswirken.

Kurz und schmerzlos

Die erste Frage, die viele Betroffene beschäftigt, ist: "Tut das nicht fürchterlich weh?" An dieser Stelle ein klares "Nein". Das Schmerzempfinden ist zwar bei jedem Menschen anders, aber durch die vorherige Betäubung des Trommelfells wird die anschließende Injektion von kaum jemandem als schmerzhaft empfunden.

Was sehr wohl beschrieben wird, ist ein kleines Zwicken im Rahmen der Betäubung des Gehörgangs und des Trommelfells, was die allermeisten jedoch als harmlos bezeichnen. Abgesehen von der Wartezeit bis zum Wirkungseintritt der Betäubung (ca. 10 bis 15 Minuten) ist der Eingriff selbst nur eine Sache von Sekunden.

Allerdings müssen Sie danach noch weitere 20 Minuten "auf der gesunden Seite" liegen bleiben, damit das Arzneimittel ausreichend wirken kann. Gelegentlich kann es hierbei infolge einer Reizung des Innenohrs kurzzeitig zu einem leichten Schwindel kommen, der sich aber rasch wieder legt.

Der Ablauf im Detail

Ganz wichtig: Entspannen Sie sich! Auch wenn die Vorstellung, eine Nadel ins Ohr zu bekommen, sicherlich nicht zu den schönsten gehört, so werden Sie recht schnell feststellen, dass die intratympanale Kortikoid-Therapie (ITC) harmloser ist als sie klingt.

Ihr behandelnder HNO-Arzt wird zunächst die Lokalanästhesie vornehmen. Dazu legt er ein kleines mit Betäubungsmittel getränktes Schwämmchen in den betroffenen Gehörgang und somit direkt vor das Trommelfell. Sie sehen, alles ohne Spritze. Das ist übrigens wider Erwarten auch der Behandlungsteil, den die meisten als unangenehm empfinden.

Nach etwa einer Viertelstunde ist es dann soweit. Mit Hilfe eines Ohrmikroskops spritzt der HNO-Arzt das Kortison-Hyaluronsäure-Gemisch durch das Trommelfell in Ihr Mittelohr. Ein Vorgang, der nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Nur sehr selten geben Betroffene an dieser Stelle an, dass der Eingriff etwas schmerzhaft sei.

Mehrere Behandlungen erforderlich

Es wird empfohlen, die ITC etwa fünf Mal im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchzuführen. Manche Ärzte bevorzugen hierbei ein festes Wochenschema, z. B. Montag-Mittwoch-Freitag-Montag-Mittwoch. Nach der fünften Injektion wird meist schon der erste Kontroll-Hörtest durchgeführt. Auf diese Weise kann Ihr HNO-Arzt beurteilen, ob bereits ein positiver Effekt der Therapie erkennbar ist.

Falls nicht, seien Sie nicht beunruhigt. Den tatsächlichen Erfolg kann man nämlich erst nach circa vier Wochen beurteilen, denn die intratympanale Kortikoid-Therapie wirkt bis dahin noch nach.

Beschwerdelinderung ist das Ziel

Natürlich ist der Anspruch eines jeden Therapeuten und das Anliegen jedes Betroffenen, mit der Behandlung die Beschwerden möglichst komplett zu beheben. Im Falle des Hörsturzes wäre das Ziel folglich die vollständige Erholung des Hörorgans: Wieder "normal" hören können, kein Druck mehr auf dem Ohr, das Verschwinden jeglicher Begleitbeschwerden wie Tinnitus oder Schwindelgefühle.

Leider gelingt es jedoch nicht immer, alle Beschwerden zu eliminieren. Dennoch ist es bereits für viele Betroffene eine deutliche Steigerung an Lebensqualität, wenn sie zumindest einen Teil ihrer Leiden bzw. Einschränkungen loswerden können. Insbesondere beim Hörsturz ist nicht selten die Kombination aus den verschiedenen Symptomen körperlich und psychisch stark belastend.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Alle Fragen und Antworten zum Hörsturz finden Sie hier:
Hörsturz: Ursachen und Behandlung

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