Wie wird ein Hörsturz behandelt?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Da bis heute nicht genau bekannt ist, weshalb ein Hörsturz plötzlich auftritt, gibt es bislang auch keine anerkannten ursächlichen Behandlungsmethoden. Alle derzeit existierenden Therapieverfahren sind aufgrund fehlender aussagekräftiger Studien umstritten.

Behandlung – ja oder nein?

Eines vorweg: Nicht jeder Hörsturz bedarf einer Behandlung! Wenn Sie lediglich unter einem leichten Hörverlust ohne wesentliche Einschränkungen im Alltag leiden, kann man durchaus abwarten. Es gibt Betroffene, die auch ohne Therapie bereits nach einigen Tagen eine spontane Besserung ihrer Beschwerden erfahren.

Sollten Sie allerdings unter einer ausgeprägten Hörminderung, vorgeschädigten Ohren oder unter einer Beeinträchtigung Ihres Gleichgewichtssinns leiden, so wird dagegen eine sofortige Behandlung empfohlen.

In diesem Zusammenhang ist übrigens wichtig zu wissen, dass viele der zur Verfügung stehenden Therapien im sogenannten "Off-Label-Use" eingesetzt werden. Das bedeutet, dass sie in der Behandlung des Hörsturzes außerhalb des zugelassenen Einsatzgebietes verwendet werden und die Kosten von den Krankenkassen oft nicht übernommen werden.

Lediglich Therapievorschläge

Wie bereits erwähnt fehlt es an ausreichend klinischen Studien, die aussagekräftige Ergebnisse zur Wirksamkeit verschiedener Verfahren und Arzneimittel in der Behandlung des Hörsturzes liefern. Aus diesem Grund spricht man im Rahmen der Erkrankung auch immer nur von "Behandlungsvorschlägen".

Zu den aktuell (noch) am häufigsten eingesetzten Therapien gehören u. a.:

  • Glukokortikoide: entzündungshemmende Kortisonpräparate
  • Rheologika: Arzneimittel, die die Fließeigenschaften des Blutes beeinflussen und eine Gefäßerweiterung bewirken
  • hyperbare Oxygenierung (HBO, Sauerstofftherapie): Medizinisch reiner Sauerstoff wird unter einem erhöhten Umgebungsdruck eingeatmet.
  • antivirale Therapie (Einsatz bei Verdacht auf eine virale Infektion)

Nicht selten werden bestimmte Therapieverfahren miteinander kombiniert oder auch durch andere (komplementärmedizinische) Methoden ergänzt.

Das sagen die Experten

Die Leitlinie zum Hörsturz ist da etwas klarer. Die Experten empfehlen aufgrund der momentanen Datenlage als primäre Behandlung der idiopathischen Innenohrschwerhörigkeit (die ohne erklärbare Ursache auftritt) eine hochdosierte innerliche Kortison-Behandlung. Alternativ wird eine intratympanale Glukokortikoid-Therapie vorgeschlagen, bei der durch das betäubte Trommelfell eine Mischung aus Kortison und Hyaluronsäure ins Mittelohr gespritzt wird.

Letztendlich hängt die gewählte Maßnahme zur Behandlung des Hörsturzes sowohl von der Art und Schwere der Erkrankung als auch von Begleitbeschwerden, Grunderkrankungen und insgesamt vom Allgemeinzustand jedes einzelnen Betroffenen ab.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Alle Fragen und Antworten zum Hörsturz finden Sie hier:
Hörsturz: Ursachen und Behandlung

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