Was passiert bei einer Tympanometrie?

Die Tympanometrie ist eine objektive Hörprüfung, die das Trommelfell und das Mittelohr mittels Sondenmessung untersucht. Das schmerz- und risikolose Verfahren wird u. a. bei Hörminderung mit Verdacht auf Hörsturz eingesetzt.

Um Ihnen die Untersuchungsmethode der Tympanometrie näherzubringen, möchte ich Sie an dieser Stelle auf eine kleine Exkursion ins Mittelohr einladen und Ihnen kurz und knapp seine Funktionen erläutern.

Kurzer Ausflug ins Mittelohr

Das Mittelohr liegt, wie der Name schon sagt, zwischen Außen- und Innenohr. Zum Mittelohr gehören: Trommelfell, die Gehörknöchelchenkette (Hammer, Amboss, Steigbügel), die Ohrtrompete und das sogenannte ovale Fenster, das den Übergang zum Innenohr (Cochlea) bildet.

Die Hauptaufgabe des Mittelohres ist es, den Schall zu verstärken, da dieser im Innenohr nicht mehr auf Luft, sondern auf Flüssigkeit mit einer anderen Impedanz (frequenzabhängiger Widerstand) trifft und sich dadurch anders ausbreitet.

Grob zusammengefasst: Die Schallverstärkung erfolgt über die Gehörknöchelchen und über das Flächenverhältnis von Trommelfell zu ovalem Fenster. Grundvoraussetzung für diesen Mechanismus ist allerdings eine gute Belüftung des Mittelohrs über die Ohrtrompete.

Tympanometrie: Idee und Ablauf

Ziel der Tympanometrie ist es, auf indirektem Weg den Druck im Mittelohr zu messen und dadurch mögliche krankhafte Veränderungen nachzuweisen. Das Ganze erfolgt über Messung des akustischen Widerstandes des Trommelfells und dauert nur etwa 5 bis 10 Minuten.

Zum Ablauf: Sie können beruhigt sein, die Untersuchung wird im Sitzen durchgeführt und ist völlig schmerzfrei. Während der gesamten Testung sollten Sie allerdings weder sprechen noch schlucken, kauen oder den Kopf bewegen – das kann zu ungenauen Messwerten führen.

Ihr behandelnder HNO-Arzt wird Ihnen zunächst eine kleine Messsonde in Form eines Gummistöpsels ins Ohr stecken. Die Sonde ist mit einem Messgerät verbunden und misst die Druckverhältnisse hinter dem Trommelfell im Mittelohr.

Aufzeichnungen aus dem Mittelohr

Bei der Untersuchung werden Sie immer wieder Prüftöne hören, während gleichzeitig geringfügig der Druck in Ihrem Ohr nach oben oder unten verändert wird. Parallel misst das Gerät, wie Ihr Trommelfell auf die Töne bei den verschiedenen Luftdrücken reagiert.

Über die in einem Tympanogramm aufgezeichneten Messwerte lässt sich schließlich ermittelten, ob es Hinweise auf eine veränderte Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und somit auch auf Störungen im Mittelohr gibt, die ursächlich sein könnten für Ihre Hörminderung.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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