Hörsturz: Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Einige, denn der Hörsturz ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass der HNO-Arzt zunächst sämtliche andere Ursachen für eine akute Innenohrschwerhörigkeit ausschließen muss, bevor er diese Diagnose stellt – und das beinhaltet zwangsläufig auch viele Untersuchungen.

Auch wenn der Hörsturz kein Notfall ist, sollten Sie dennoch bei einem entsprechenden Verdacht so früh wie möglich einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Nur so kann rechtzeitig die richtige Diagnose gestellt und eine adäquate Behandlung in die Wege geleitet werden.

Schritt für Schritt

Aber keine Angst, man wird Sie nicht sofort auf den Kopf stellen! In einem ausführlichen Gespräch wird Ihr behandelnder Arzt Sie erst einmal zu Ihren akuten Symptomen, zu Begleitbeschwerden, möglichen Grunderkrankungen, zur Einnahme von Medikamenten etc. befragen.

Dieses sogenannte Anamnesegespräch ist wichtig und bildet die Basis für das weitere diagnostische Vorgehen. Ihr Arzt verschafft sich so recht schnell einen Überblick über mögliche Auslöser bzw. Risikofaktoren für Ihre aktuellen Beschwerden und kann viel zielgerichteter die erforderlichen Untersuchungen in die Wege leiten.

Hinter einer akuten Innenohrschwerhörigkeit können sich nämlich viele mögliche Ursachen verbergen. Die Differenzialdiagnostik kann daher in manchen Fällen zu einer echten Herausforderung werden und die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten erfordern.

Unverzichtbare Untersuchungen

Bei Verdacht auf einen Hörsturz, gehören neben der bereits erwähnten gründlichen Anamnese meist auch folgende Maßnahmen zur notwendigen Basis-Diagnostik:

  • HNO-Status (Übersichtsuntersuchung): Mit Hilfe der sogenannten Spiegeltechnik verschafft sich Ihr Arzt einen Überblick über Hals, Nase und Ohren und kann darüber ggf. bereits krankhafte Veränderungen feststellen bzw. ausschließen.
  • Blutdruck-Messung
  • Ohrmikroskopie
  • subjektive Hörprüfungen: u. a. Stimmgabelprüfung, Tonaudiogramm (testet das noch vorhandene Hörvermögen in verschiedenen Frequenzbereichen)
  • objektive Hörprüfung: Tympanometrie (eine Untersuchung zur Messung der Mittelohrfunktion; hierbei wird die Beweglichkeit des Trommelfells überprüft)
  • orientierende Vestibularisprüfung (Gleichgewichtsprüfung)

Es geht noch weiter…

Im Einzelfall kann es nützlich sein, noch weitere richtungsweisende Untersuchungen durchzuführen. Die vollständige Liste ist lang und würde an dieser Stelle sicherlich den Rahmen sprengen. Der Übersicht halber möchten wir Ihnen daher nur einige Beispiele nennen, um Ihnen die Komplexität der möglichen Diagnostik bei Verdacht auf Hörsturz vor Augen zu führen.

Neben weiteren objektiv messbaren Hörtests (OAE, BERA) gehören breit angelegte Blutuntersuchungen ebenso dazu wie die bildgebenden Verfahren CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie) zum Ausschluss von Tumoren, Infektionen und Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Kein Grund zur Beunruhigung

Falls Sie sich jetzt aufgrund des eben Gelesenen unnötig Sorgen machen sollten, so möchten wir Sie umgehend beruhigen. In den allermeisten Fällen reicht die Basisdiagnostik vollkommen aus, um die häufigsten möglichen Ursachen für eine Hörminderung auszuschließen und ggf. eine Hörsturz-Behandlung einzuleiten. Nur bei Bedarf werden im Anschluss an die Akuttherapie weitere der zum Teil bereits genannten komplexeren Untersuchungen vorgenommen.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Alle Fragen und Antworten zum Hörsturz finden Sie hier:
Hörsturz: Ursachen und Behandlung

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