Welche Ursachen hat der Hörsturz?

Der Hörsturz bzw. Ohrinfarkt ist eine meist einseitig, plötzlich auftretende Schallempfindungsschwerhörigkeit bislang unbekannter Ursache. Diskutiert werden unterschiedliche Mechanismen, die sich hinter der Erkrankung verbergen könnten.

Tappen im Dunkeln

Trotz unserer fortgeschrittenen Wissenschaft ist es den Forschern bis heute nicht gelungen, die genaue Ursache bzw. den Entstehungsmechanismus dieser Erkrankung herauszufinden. Plausible Theorien gibt es aber dennoch.

So geht man davon aus, dass der Hörsturz vor allem auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Innenohrs zurückzuführen ist, die ihrerseits durch eine mangelhafte Durchblutung kleinster Blutgefäße provoziert wird. Als Ursache hierfür vermuten die Experten beispielsweise Virusinfektionen und Gefäßkrankheiten.

Noch mehr Theorien

Weitere mögliche Auslöser bzw. Risikofaktoren, die zur Diskussion stehen, sind:

  • Autoimmunprozesse (das Immunsystem wehrt sich gegen körpereigene Strukturen)
  • spezifische Defekte in der Immunabwehr (im individuellen Abwehrsystem)
  • (verschleißbedingte) Veränderungen der Halswirbelsäule, die wiederum die Durchblutung des Innenohrs beeinträchtigen könnten
  • Begleiterkrankungen, die Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen bzw. Gefäßschäden darstellen (u. a. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus)
  • Stress
  • Rauchen
  • permanente Reizüberflutung

Andere Erkrankungen ausschließen

Wichtig zu wissen: Der Hörsturz ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Erst wenn durch diverse spezielle Untersuchungen andere Erkrankungen mit gleicher bzw. ähnlicher Symptomatik ausgeschlossen werden konnten, spricht man von einem Hörsturz. Die Differenzialdiagnostik ist recht aufwendig, erfordert Zeit und manchmal auch unterschiedliche Fachärzte.

Der Hörsturz ist zwar kein Notfall, dennoch stehen die Chancen besser, je früher Sie sich mit Ihren Beschwerden bei einem HNO-Arzt vorstellen und eine Behandlung beginnen.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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