Hörsturz: Muss ich jetzt ein Hörgerät tragen?

Eine Frage, die sich zwangsläufig jeder stellt, wenn er plötzlich nicht mehr richtig hören kann und von einem Hörsturz die Rede ist. Zur allgemeinen Beruhigung sei an dieser Stelle gesagt: Erstmal abwarten, nur wenige Menschen mit Hörsturz sind wirklich auf ein Hörgerät angewiesen.

Je nachdem, welcher Art und Schwere die Hörminderung ist, wird Ihr behandelnder HNO-Arzt zunächst die für Sie in Frage kommenden Therapien besprechen und zeitnah in die Wege leiten. Heutzutage werden zur Behandlung des Hörsturzes vor allem Kortison-Präparate entweder innerlich oder lokal im Ohr eingesetzt.

Jeder Verlauf ist anders

Prognostisch günstig scheint in diesem Zusammenhang nicht nur ein frühzeitiger Therapiebeginn zu sein, sondern auch der vorliegende Hörsturz-Typus. Hierbei weist der Hörverlust im Tiefton- oder Mittelfrequenzbereich bzw. eine von Anfang an nur leichtgradige Hörminderung übrigens den positivsten Krankheitsverlauf auf – laut Statistik.

Lassen Sie sich davon jedoch nicht verunsichern. Auch unter den schweren Fällen von Innenohrschwerhörigkeit gibt es genügend Beispiele dafür, dass es durchaus zu einer vollständigen Genesung kommen kann. Vertrauen Sie da bitte Ihrem behandelnden Arzt, und geben Sie Ihrem Körper bzw. Ohr die nötige Zeit.

Außerdem kann man den tatsächlichen Erfolg der Behandlung erst nach einigen Wochen beurteilen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Arzneistoffe zum Teil noch so lange nachwirken können. Sollten Sie also während der meist ein- bis zweiwöchigen Kortison-Erstbehandlung noch immer unter einer ausgeprägten Hörminderung leiden, brauchen Sie sich zunächst keine Sorgen machen, dass das nun für immer so bleibt.

Hörgerät – ja oder nein?

Doch wann genau ist der Zeitpunkt da, an dem man sich vielleicht für das Tragen eines Hörgerätes entscheiden muss? Kommt man trotz Hörverlust nicht auch ohne Hörhilfe aus? Tatsächlich hängt das letztendlich davon ab, für wie störend Sie persönlich Ihre Hörprobleme halten und wie sehr diese Sie im täglichen Sprachverstehen behindern.

Liegt ein schwerer, aktuell nicht mehr therapierbarer Hörverlust vor, macht es durchaus Sinn, sich mit dem Thema Hörgerät vertraut zu machen. Schließlich sollte es ja darum gehen, dass Sie im Alltag trotz der bestehenden Innenohrschwerhörigkeit so wenig Einschränkungen wie möglich erfahren müssen.

Lassen Sie sich diesbezüglich doch mal ganz unverbindlich beraten, z. B. bei einem Hörgerätakustiker. Es gibt auch Hörgeräte zur Probe!

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Alle Fragen und Antworten zum Hörsturz finden Sie hier:
Hörsturz: Ursachen und Behandlung

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