Hörsturz: Werde ich wieder vollständig gesund?

Das ist wirklich schwer zu beantworten. Der Krankheitsverlauf und somit auch die Prognose des Hörsturzes hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab. Neben Art und Schwere der Innenohrschwerhörigkeit spielen auch mögliche Begleitbeschwerden eine große Rolle.

"Best case" – wenn's gut läuft

Man unterscheidet beim Hörsturz hinsichtlich des Frequenzbereiches und des Schweregrades insgesamt fünf verschiedene Formen. Welche Art der Innenohrschwerhörigkeit im Einzelfall vorliegt, ermittelt der HNO-Arzt mit Hilfe einer ganz bestimmten Hörprüfung, der Tonaudiometrie.

Neben der Hochton-, Mittelton-, Tiefton- und der pantonalen (alle Tonhöhen betreffenden) Innenohrschwerhörigkeit unterscheidet man zudem noch die Taubheit bzw. die an Taubheit grenzende Innenohrschwerhörigkeit.

Die günstigste Prognose (auch bezogen auf Begleitsymptome wie Tinnitus und Schwindel) ist bei einem isolierten Hörverlust im Tiefton- oder im Mittelfrequenzbereich bzw. bei einer von Anfang an nur leichtgradigen Hörminderung zu erwarten.

Ungünstig, aber nicht aussichtslos

Schlechter sieht es aus, wenn der Hörverlust von vornherein mit einer Taubheit bzw. an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit einhergeht oder die Hörminderung im Verlauf sogar zunimmt. Des Weiteren gelten parallel auftretende Gleichgewichtsstörungen als prognostisch ungünstig.

Bedenken Sie jedoch, dass das alles Statistiken sind. Der Verlauf des Hörsturzes kann wirklich sehr unterschiedlich sein, und somit gibt es auch keine zuverlässige Prognose. Es gibt eine relativ hohe Anzahl an Spontanheilungen wie auch Fälle, in denen ein schwerer Hörsturz mittels Behandlung wieder völlig ausgeheilt ist.

Andere Betroffene werden wiederum die stark störenden Begleitsymptome (Tinnitus, Schwindel) schnell los, behalten aber eventuell eine lebenslange Schwerhörigkeit zurück.

Beugen Sie vor

Man geht davon aus, dass Betroffene ein Risiko von etwa 30% haben, erneut einen Hörsturz zu erleiden. Bevorzugt treten diese Rezidive bei Hörstürzen im Tief- und Mittelfrequenzbereich sowie bei Menschen mit bestehenden Risikofaktoren (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Dauerstress, Rauchen) auf.

Auch wenn man bis heute nicht weiß, welche genauen Ursachen dem Hörsturz zugrunde liegen, so kennt man zumindest einige Aspekte, die sich ungünstig sowohl auf das Erstauftreten als auch auf den Verlauf der Erkrankung auswirken können.

Deshalb gilt: Achten Sie auf sich und Ihre Gesundheit, minimieren oder eliminieren Sie die ungünstigen Faktoren, und bleiben Sie optimistisch.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Alle Fragen und Antworten zum Hörsturz finden Sie hier:
Hörsturz: Ursachen und Behandlung

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