Kann ich mit Hörgeräten schwimmen?

Falls Sie keine wasserdichten Hörgeräte besitzen, sollten Sie mit Ihren Hörhilfen weder baden, duschen noch schwimmen. Wasserdichte Modelle halten dagegen jeder Nässe stand.

Hinter den heutigen Hörgeräten verbirgt sich eine hochentwickelte Technologie, die bestmöglich vor äußeren Einflüssen geschützt werden muss. Das gilt sowohl für Situationen im Alltag als auch bei bestimmten Hobbys und ggf. für den Beruf.

Klein und unscheinbar

Dank intensiver Forschung und Entwicklung profitieren schwerhörige Menschen inzwischen von kleinsten, computerähnlichen Hörsystemen. Die innovativen Hörgeräte erlauben den Betroffenen aber nicht nur höchste Klangerlebnisse und Multimedia-Anwendungen, sondern sind durch die reduzierte Größe vor allem auch sehr unauffällig.

Weil die Hörhilfen mittlerweile so klein und dezent sind, kann es allerdings schnell passieren, dass man unter Umständen den Knopf im Ohr einfach vergisst – ein ungewollter Wasserkontakt kann dann weitreichende Folgen für die Gerätefunktion haben.

Wasser und Sonne meiden

Die meisten Hörgeschädigten tragen konventionelle Hörsysteme, also nicht wasserdichte Geräte. Wenn Sie auch zu diesem Personenkreis gehören, sollten Sie im täglichen Umgang mit Ihren Hörhilfen unbedingt einige Verhaltensregeln beachten.

Neben direktem Wasserkontakt können auch starke Hitzeeinwirkung und eine hohe Luftfeuchtigkeit zu einer dauerhaften Schädigung Ihrer Hörgeräte führen. Nicht wasserdichte Hörgeräte besitzen funktionsbedingt kleine Öffnungen, durch die Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit eindringen und die darin befindliche Technik zerstören kann.

Deshalb gilt: Ob nun sommerliches Schwimmen im Freibad oder ein Wellness-Tag mit Hallenbad, Ihre Hörgeräte gehören abgenommen und ins passende Etui gelegt.

Tipps für ungetrübten Badespaß als Hörgeschädigter:

  • Nehmen Sie Ihre Hörgeräte vor dem Schwimmen, Baden oder Duschen heraus.
  • Gehen Sie mit den Hörgeräten nicht in die Sauna oder in ein Dampfbad.
  • Legen Sie Ihre Hörhilfen nicht in die pralle Sonne bzw. schützen Sie sie vor starker Hitzeeinwirkung.
  • Bewahren Sie die Hörgeräte nicht in einer Tasche zusammen mit Ihren nassen Handtüchern auf.
  • Benutzen Sie zur Aufbewahrung Ihrer Hörhilfen ein passendes Etui und legen Sie dieses an einen möglichst kühlen, schattigen und trockenen Ort.
  • Meiden Sie ungeschützt starken Regen.

Wasserdichte Hörgeräte als Alternative

Falls Sie allerdings regelmäßig Wassersport betreiben oder einfach sehr gerne in die Sauna oder zum Schwimmen gehen, käme für Sie eventuell eher eine wasserdichte Hörhilfe in Frage.

Diese Hörgeräte verfügen im Gegensatz zu den herkömmlichen Hörsystemen sowohl über eine spezielle Beschichtung als auch über Membranen an den funktionsbedingten Öffnungen. Die besondere Konstruktion hält einerseits das Wasser davon ab einzudringen, andererseits sorgt sie aber dafür, dass die Schallwellen ausreichend weitergeleitet werden.

Vorteile von wasserdichten Hörgeräten sind u. a.:

  • Aufenthalt in einem bzw. bei einigen Herstellern bis zu mehreren Metern Wassertiefe möglich
  • akustische Wahrnehmung des Umfeldes auch im Wasser erreichbar
  • Ein speziell zuschaltbares Schwimmprogramm erlaubt auch beim Tauchen ein gutes Hörerlebnis.
  • Ausgeprägte Schweißbildung hat deutlich weniger Auswirkungen auf wasserdichte Geräte als auf herkömmliche Modelle.

Bevor Sie sich aber letztendlich für ein bestimmtes Hörsystem entscheiden, lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Hörakustiker beraten. Wichtig ist vor allem auch, dass Sie die verschiedenen Hörgeräte im Alltag ausreichend testen. Nur so ist Ihnen ein uneingeschränktes und langfristiges Hörerlebnis garantiert.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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