Wie sinnvoll ist eine Hörgeräte-Versicherung?

Das hängt vor allem vom Preis Ihrer Hörgeräte ab – je teurer, desto sinnvoller ist eine Geräte-Versicherung. Sie greift nämlich sowohl bei Verlust als auch bei Beschädigungen der Hörgeräte und mildert so einen möglichen hohen finanziellen Schaden.

Versicherungen sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Im Zusammenhang mit der Anschaffung teurer Hörgeräte (auf die man täglich angewiesen ist), sollte man sich allerdings ruhig mal durchrechnen lassen, ob sich diese zusätzliche Investition eventuell doch lohnt.

Im schlimmsten Fall…

Nehmen wir mal folgendes Szenario an: Sie haben sich erst vor wenigen Monaten hochwertige Hörhilfen anpassen lassen, für die Sie insgesamt fast 3000 Euro Eigenanteil leisten mussten. Während eines Ausfluges stürzen Sie und beschädigen oder verlieren ein bzw. beide Hörgeräte – ohne Fremdverschulden.

Was nun? Die gesetzliche Krankenversicherung und in der Regel auch andere mögliche Kostenträger bezuschussen Hörhilfen meist nur alle sechs Jahre. Benötigt man vor Ablauf dieser Zeit ein neues Hörgerät, sind die Krankenkassen nicht verpflichtet, erneut zu zahlen. Geht Ihr Hörgerät also nach einem Jahr verloren, so müssen Sie die Neuanschaffung komplett selbst finanzieren.

Aber auch wenn Sie das Glück einer erneuten (außerordentlichen) Bezuschussung haben sollten, bleiben Ihnen theoretisch immer noch die 3000 Euro, die Sie für ein gleichwertiges Modell wiederholt einbringen müssen. In solchen Situationen ist man dann natürlich dankbar, vorweg eine Hörgeräte-Versicherung abgeschlossen zu haben.

Was wird überhaupt versichert?

Beim Kauf eines Hörgerätes ist es normalerweise so, dass es zum Rundum-Service des zuständigen Hörakustikers gehört, Ihnen die Wartung, kleine Hörgeräte-Reparaturen und die Reinigung der Hörhilfe kostenlos anzubieten. Des Weiteren hat jedes neue Hörgerät eine Garantie bzw. Gewährleistung des Herstellers für Fehler, die vom Bau des Geräts herrühren.

Für alle anderen denkbaren Zwischen- und Schadensfälle muss der Betroffene leider selbst aufkommen oder eben die beim Neukauf der Hörhilfe abgeschlossene Versicherung.

Hörgeräte-Versicherungen zahlen gewöhnlich bei folgenden Ereignissen:

  • Hörgeräte-Verlust durch Eigenverschulden oder Diebstahl
  • eigenverschuldete Beschädigungen durch Wasser, Sturz etc.
  • Schäden durch einen Unfall, beim Sport etc.
  • falsche Bedienung (z. B. unsachgemäßer Batterieaustausch), die zu einer Beschädigung des Gehäuses oder der Gerätetechnik führt

Normale Gebrauchsschäden gehören dagegen nicht zu den von einer Hörgeräte-Versicherung zu erbringenden Leistungen. Hier greift bis zu einem gewissen Grad u. a. die Krankenkasse mit einer Reparaturpauschale.

Worauf Sie achten sollten

Wie bei jeder Versicherung sollten Sie sich vor Abschluss des Vertrages genauestens die Rahmenbedingungen durchlesen und sie ruhig auch mit anderen Anbietern vergleichen. Es gibt nämlich auch in diesem Bereich gewaltige Unterschiede.

Bei Abschluss einer Hörgeräte-Versicherung zu berücksichtigende Faktoren:

  • Höhe der zu zahlenden Versicherungsprämie
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Fälligkeit der Prämie (einmalig, jährlich oder monatlich)
  • Vertragslaufzeit (vier bis sechs Jahre)
  • Welche Fälle werden genau abgedeckt? Verlust, Diebstahl, Schadensarten?
  • Was wird genau versichert? Neuwert oder Zeitwert des Hörgeräts? Zubehör inbegriffen?
  • Wie läuft die Schadensabwicklung ab?

Beachten Sie außerdem, dass die Versicherung nicht selten mit Eintritt des Schadensfalles automatisch endet und dann neu abgeschlossen werden muss.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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