Kann ich auch ein gebrauchtes Hörgerät kaufen?

Grundsätzlich wird davon abgeraten, aus Kostenersparnis ein gebrauchtes Hörgerät entweder privat oder beim Händler zu erwerben. Für diese Empfehlung gibt es einige gut nachvollziehbare Argumente.

Gebraucht? Nein, danke!

Gründe, die gegen den Kauf eines gebrauchten Hörgeräts sprechen:

  • Privat erworbene Modelle können Fehler in der Elektronik aufweisen, die nicht sofort erkennbar sind. Beim Händler unterliegen gebrauchte Hörgeräte zwar der gesetzlichen Gewährleistungspflicht, allerdings ist sie lediglich auf ein Jahr beschränkt.
  • Heutzutage gibt es bereits preiswerte bzw. kostenlose Basismodelle, die alle nötigen Anforderungen und Eigenschaften erfüllen. Ein gebrauchtes Gerät kann dagegen technologisch bereits deutlich überholt sein.
  • Wegfall der Bezuschussung durch die Krankenkassen
  • Auch gebrauchte Modelle müssen beim Hörakustiker individuell neu eingestellt werden – eine extra zu bezahlende Sonderleistung, die beim Kauf einer neuen Hörhilfe dagegen im Festpreis inbegriffen ist.
  • Die persönlichen anatomischen Verhältnisse im Bereich des Gehörgangs können es erforderlich machen, dass ggf. eine neue, kostspielige Otoplastik (ein Ohrpassstück) angefertigt werden muss.
  • Der natürliche Verschleiß aller technischen Geräte sorgt auch bei Hörhilfen für die ständige Unsicherheit, wie lange das gebrauchte Hörgerät überhaupt funktionstüchtig sein wird. Genau deshalb können Sie nach sechs Jahren ein neues Hörgerät bei der Krankenkasse beantragen.
  • hygienischer Aspekt: Sie können bei einer gebrauchten Hörhilfe nur schwer kontrollieren, ob noch Rückstände von Schweiß, Sekreten oder Schmutzpartikel vom Vorgänger auf dem Gerät zurückgeblieben sind.

Für den guten Zweck sammeln

Falls Sie selbst noch "alte" Hörgeräte haben, die Sie nicht mehr verwenden, können Sie diese an dafür zugelassenen Sammelstellen abgeben. Die Mitarbeiter dort sorgen dann dafür, dass entsprechende elektronische Teile aus den Hörgeräten entfernt und einzeln verkauft werden.

Der Erlös des Verkaufs geht übrigens zu Gunsten eines guten Zweckes. Keine schlechte Lösung, oder?

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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