Was kostet mich ein Hörgerät?

Je nach Modell können die Zuzahlungen, die Sie für eine Hörhilfe aufbringen müssen, zwischen 10 und über 2000 Euro pro Gerät liegen. Hierbei sind bereits Zuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mitberücksichtigt.

Je ausgefeilter, desto teurer

Auf dem deutschen Markt gibt es weit über 1000 Hörgerät-Modelle unterschiedlichster Preiskategorien. Unabhängig vom Preis müssen heutzutage alle Modelle aktuelle Digitaltechnologie, einen guten Klang und Sprachklarheit garantieren.

Die dennoch stark variierenden Preisunterschiede lassen sich vor allem auf die besonderen technischen Finessen bzw. Zusatzfunktionen der einzelnen Geräte zurückführen. Die Hersteller unterscheiden in der Regel zwischen drei Hörgeräte-Preisklassen:

  • Basisklasse (geeignet für ruhige Umgebung, kaum Rückkopplungsgeräusche, mehrere Hörprogramme einstellbar)
  • Mittelklasse (kabellose Verbindung zum Telefon oder Fernsehgerät möglich, Sprache wird erkannt und hervorgehoben, bessere akustische Orientierung durch problemloses Richtungshören)
  • Ober- bzw. Premiumklasse (Rundum- bzw. 360°-Hören ermöglicht deutlich bessere Raumorientierung, automatische Anpassung an unterschiedliche Hörumgebungen, modernste Multimedia-Anwendungen möglich, größte Auswahl an Form- und Farbdesigns)

Lassen Sie sich ausführlich beraten und testen Sie die für Sie geeignetsten Hörgeräte aus. Wenn Sie kein moderner Technikfreak sind und auch nicht ständig von A nach B jetten müssen, stellt sich die Frage, ob es dann unbedingt die teure Oberklasse sein muss. Die allermeisten hörgeschädigten Menschen kommen bereits mit einem Mittelklasse-Modell sehr gut im Alltag zurecht.

Sichern Sie sich den Festbetrag

Seit November 2013 müssen sich die gesetzlichen Krankenkassen mit einem Festbetrag von bis zu 784,94 Euro für ein Hörgerät beteiligen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Hörgeräte-Verordnung erhalten haben. Der von den Krankenkassen zu zahlende Festbetrag hängt dabei unmittelbar mit der Höhe Ihrer Schwerhörigkeit zusammen und wird lediglich bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit voll ausgezahlt.

Falls Sie allerdings privat versichert sind, hängt die Kostenerstattung Ihres Hörgeräts von den individuellen Vereinbarungen zwischen Ihnen und der PKV (private Krankenversicherung) ab.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Anzeigen