Was ist ein Im-Ohr-Hörgerät (IdO)?

Bei einem Im-Ohr-Hörgerät (IdO) sind alle Bauteile in einem individuell für den Betroffenen geformten Gehäuse verstaut, das als Ganzes ins Ohr eingeführt wird. Diese Hörgeräte sind insbesondere bei einem leichten bis mittleren Hörverlust geeignet.

Die Zukunft zeigt Richtung IdO

Die Technologie im Bereich der "Im-Ohr-Hörgeräte" hat in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte gemacht. Obwohl derzeit noch deutlich mehr "Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte" (HdO) verwendet werden, scheint die Zukunft eher den IdO-Geräten zu gehören.

Im-Ohr-Hörgeräte gibt es aktuell in drei verschiedenen Varianten:

  • CIC-Hörgeräte ("completely in the canal"-Geräte): werden tief im Gehörgang platziert, nahezu unsichtbar, für geringfügigen Hörverlust geeignet
  • Gehörgangs-Hörgeräte (ITC, "in the canal"-Geräte): kaum sichtbar, für leichten bis mittleren Hörverlust geeignet
  • Concha-Hörgeräte (ITE, "in the ear"-Geräte): werden in der Ohrmuschel platziert, 1. Generation und somit größte Form der IdO-Hörgeräte, nur noch wenig im Einsatz

(Noch) nicht für jeden geeignet

Die Statistik gibt an, dass sich in Deutschland etwa 10 % der Hörgeräteträger für ein Im-Ohr-Gerät entscheiden. Durch die in der Regel individuell (über einen Ohrabdruck) angefertigten Modelle sind IdO-Hörgeräte recht unauffällig und angenehm zu tragen. Besonders Sportler und Brillenträger wissen diese Vorteile zu schätzen.

Allerdings sind die Geräte nicht für alle Betroffenen geeignet. Je kleiner nämlich das Hörgerät, desto weniger leistungsfähig ist es. Auch können bestimmte anatomische bzw. körperliche Gegebenheiten dafür sorgen, dass der Einsatz eines Im-Ohr-Hörgeräts nicht empfohlen wird.

Aspekte, die gegen ein Im-Ohr-Hörgerät (IdO) sprechen könnten, sind:

  • starke bis sehr starke Schwerhörigkeit (Derzeit gibt es nur wenige IdO-Geräte, die eine ausreichend hohe Leistung bei ausgeprägtem Hörverlust bieten.)
  • Innendurchmesser des Gehörgangs (Wenn der Gehörgang zu klein ist, kann das IdO-Gerät evtl. nicht richtig platziert werden.)
  • erhöhte Schweiß- oder Ohrenschmalzproduktion (Körpereigene Verunreinigungen können den Raum zwischen Gehörgang und Hörgerät vollständig abdichten.)
  • Nichtakzeptanz des "Verstopfungseffekts" (Besonders bei den sehr tief liegenden CIC-Geräten kann es wegen unzureichender Belüftung zu einem dumpfen Hören kommen.)

Probieren Sie es einfach aus

Welches Hörgerät letztendlich für Sie in Frage kommt, müssen Sie nach ausführlicher Beratung zusammen mit Ihrem Hörakustiker entscheiden. Das Testen verschiedener Hörgeräte kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und erfordert Geduld. Lassen Sie sich davon aber nicht entmutigen, auch wenn sich diese Findungsphase über Wochen bis Monate erstreckt.

Am Ende sollten Sie sowohl ein leistungsfähiges als auch ein für Sie angenehm zu tragendes, gut handhabbares Hörgerät besitzen. Schließlich werden diese kleinen Hörhilfen Sie für die nächsten Jahre ständig und hoffentlich auch zuverlässig begleiten.

Ergänzende Infos zum Schluss

Übrigens, innerhalb der Kategorie IdO-Geräte stellen für viele Betroffene am ehesten noch die ITC-Gehörgangs-Hörgeräte den besten Kompromiss dar: Sie sind möglichst wenig sichtbar, aber dennoch hinreichend leistungsfähig.

Und falls Ihnen die Frage im Kopf herumspukt, wie man denn diese winzigen Im-Ohr-Geräte (insbesondere die CIC) wieder aus dem Ohr herausbekommt, so sei beruhigend erwähnt, dass an deren Ende ein kleiner Nylonfaden angebracht ist. Daran kann das Gerät komplikationslos und einfach aus dem Gehörgang gezogen werden.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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