Wann kommt ein Cochlea-Implantat in Frage?

Grundvoraussetzung für die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat ist eine nachgewiesene hochgradige Schwerhörigkeit oder komplette Gehörlosigkeit bei noch funktionierendem Hörnerv samt Hörbahn und Hörzentrum im Gehirn.

Ein Cochlea-Implantat (CI) übernimmt als eine Art elektronische Hörprothese die ausgefallene Funktion des Innenohres und kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Hörgeräte für ein gutes Sprachverstehen nicht ausreichen.

Voruntersuchungen sind ein Muss

Ob ein Cochlea-Implantat im Einzelfall in Frage kommt oder nicht, muss zunächst anhand sehr umfangreicher HNO-ärztlicher Prüfungen und Gespräche entschieden werden. Die Voruntersuchung zur Versorgung mit einem Cochlea-Implantat umfasst demzufolge die genaue Abklärung

  • der Taubheitsursache,
  • der Funktionalität des Hörnervs und der zentralen Hörbahn (über spezielle Hörtests),
  • der psychosozialen Situation des Betroffenen,
  • der individuellen Kommunikationsfähigkeit,
  • des allgemeinen Entwicklungs- und Sprachentwicklungsstandes bei Kindern.

Erst nach Abschluss aller genannten diagnostischen Maßnahmen kann sicher beurteilt werden, ob der Betroffene auch wirklich für ein Innenohr-Implantat geeignet und ein entsprechender Therapieerfolg zu erwarten ist.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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