Papa und Mama mit Neurodermitis: Kann das Kind trotzdem verschont bleiben?

Ja. Die Wahrscheinlichkeit für ein Kind, eine Neurodermitis zu bekommen, ist zwar deutlich erhöht, wenn auch die Eltern damit zu kämpfen haben (oder hatten). Aber das bedeutet nicht, dass es so kommen muss. Selbst in diesem genetisch ungünstigsten Fall kann es sein, dass Ihr Kind keine Probleme mit der Haut hat.

Insgesamt lässt sich aber nicht wegdiskutieren, dass bei der Entstehung der Neurodermitis die erbliche Komponente eine große Rolle spielt. Ist also ein Elternteil betroffen, nimmt die Wahrscheinlichkeit für die Kinder relevant zu. Haben Mutter und Vater damit zu kämpfen, steigt das Risiko für das Kind naturgemäß noch mehr an. In Zahlen sieht das so aus: Hat ein Elternteil Neurodermitis, steigt die Wahrscheinlichkeit für das Kind von normalerweise etwa 10-15% auf etwa 20% (die Studiendaten sind hier sehr uneinheitlich). Haben Papa und Mama Neurodermitis, steigt das Risiko auf 45%. Das ist viel, aber es sind keine 100%.

Eng verwandt: Neurodermitis und Allergien

Dabei muss man die Neurodermitis immer auch im Verbund mit Allergien sehen, denn Heuschnupfen, eine Hausstauballergie oder eben eine Neurodermitis sind alles nur Ausprägungen ein und derselben Störung: nämlich einer Neigung des Immunsystems zur überschießenden Reaktion auf äußere Reize und Fremdstoffe. Man vererbt seinen Kindern demnach keine Neurodermitis, sondern eher die Neigung zur allergischen Reaktion. Kinder von Eltern mit Neurodermitis können also, wenn sie denn überhaupt betroffen sind, auch einen Heuschnupfen oder eine Insektenallergie bekommen.

Und wie kann man das Risiko für sein Kind reduzieren? Schwierig, aber ein bisschen geht das schon. Stillen über mindestens sechs Monate ist zum Beispiel nachweislich ein Mittel, die Chancen für sein Baby auf ein allergiefreies Leben etwas zu erhöhen.

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