Welche Hauterscheinungen sind typisch für Neurodermitis?

Die Neurodermitis (atopisches Ekzem) kann sich durchaus unterschiedlich äußern, es gibt aber einige sehr charakteristische Hautsymptome:

  • trockene, gerötete, schuppende Hautstellen unterschiedlicher Größe
  • meist viele Kratzspuren
  • evtl. nässend, auch Bläschen oder Eiterpusteln möglich
  • häufig betroffen: Ellenbeugen (innere Seite vom Unterarm), Kniekehlen, Handgelenke, Knöchel, Nacken, Gesicht
  • je nach Schwere am gesamten Körper möglich
  • häufig besonders nächtlicher Juckreiz

Meist reicht ein Blick

Neurodermitits am Handgelenk Neurodermitits am Handgelenk

Die Diagnose Neurodermitis lässt sich bei der klassischen Variante normalerweise recht einfach stellen. Ein erfahrener Arzt kommt rasch auf die richtige "Blickdiagnose". Die Hautveränderungen, die durch die wiederkehrenden Entzündungen an den (fast) immer gleichen Körperstellen auftreten, sind nämlich in der Regel sehr typisch. Gerade eine chronische Neurodermitis zeigt einige charakteristische Auffälligkeiten.

Kennzeichnend für die befallenen Hautareale (z. B. Beugen, Hals/Nacken) sind dann meist folgende Merkmale:

  • Lichenifikation: Die Hautstruktur ist flächenhaft verdickt und die Oberflächenfelderung vergröbert, die Hautelastizität ist vermindert und die Hautfurchen sind vertieft.
  • Pachydermie: Die tiefer liegende bindegewebige Lederhaut ist an entsprechender Stelle verhärtet und verdickt. Gelegentlich wird hierbei auch der Begriff "Elefantenhaut" verwendet.

Die Haut ist häufig leicht gerötet, feinschuppig und im akuten Entzündungsschub auch mal nässend. Eindrücklich ist dieses Erscheinungsbild vor allem bei Kleinkindern, wo der Kontrast zwischen der weichen, unbefallenen Haut und der betroffenen, wie stark gealtert wirkenden Haut besonders ins Auge fällt.

Gut zu wissen: Diese entzündungsbedingten Hautveränderungen bilden sich unter Therapie allesamt zurück.

Autoren: Dr. med. Sonia Trowe, Dr. Hubertus Glaser

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