Wie äußert sich eine Neurodermitis bei älteren Kindern und Erwachsenen?

Das Erscheinungsbild der Neurodermitis verändert sich im Laufe des Älterwerdens. Bei Babys und Kleinkindern sind andere Hautareale betroffen als im Jugend- und Erwachsenenalter.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann das Ekzem am ganzen Körper auftreten. Am häufigsten betroffen sind jedoch die Beugeseiten der Arme und Beine, aber auch Hals und Rumpf.

Klassisches Aussehen

Die Haut in den betroffenen Arealen ist meist trocken, verdickt (durch das dauerhafte Kratzen) und rot gefleckt. Die Fachärzte benutzen in diesem Zusammenhang auch die Begriffe "Lichenifikation" (vergröberte Oberflächenfelderung) und "Pachydermie" (verhärtete und verdickte Lederhaut). Gelegentlich wird hierbei auch der Begriff "Elefantenhaut" verwendet.

Die Ausbreitung der juckenden Stellen kann übrigens stark schwanken. Allerdings weiß man auch, dass nicht selten bestimmte Auslöser dafür mitverantwortlich sind. So können beispielsweise Ketten, Halstücher, Schals oder Kleideretiketten die Haut am Nacken und Hals so stark reizen, dass es zu einem Entzündungsschub kommt. Wie Sie sicherlich aus eigener Erfahrung wissen, verläuft die Neurodermitis generell eher in Schüben als gleichmäßig.

Auch Hände und Füße betroffen

Bei Erwachsenen äußert sich die Neurodermitis auch gerne mal isoliert nur an den Händen und/oder Füßen als "dyshidrosiformes, atopisches Ekzem". Typisch für diese Erscheinungsform der Neurodermitis sind stark juckende, kleine, wasserklare Bläschen. Diese zeigen sich hauptsächlich entlang der Fingerseitenkanten, im Bereich der Handinnenflächen und der Fußsohlen.

Im Rahmen eines atopischen Hand- und Fußekzems kann es gelegentlich zu Komplikationen kommen mit nässenden, bakteriell superinfizierten Wunden, oder es kommt zur Umwandlung in ein stark verhornendes Ekzem mit schmerzhaften, tiefen Einrissen (hyperkeratotisch-rhagadiformes, atopisches Ekzem). Beide Verlaufsformen erfordern in der Regel eine zeitnahe hautfachärztliche Behandlung.

Lassen Sie sich beraten

Gerade die Lokalisation an Füßen und Händen kann zu großen Einschränkungen im Alltag und Beruf führen, da durch das Ekzem sowohl das Greifen als auch das Gehen deutlich erschwert ist.

Nehmen Sie solche Varianten der Neurodermitis also nicht auf die leichte Schulter, sondern lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt behandeln und beraten. Häufig kann man den Krankheitsprozess nämlich bereits durch bestimmte vorbeugende Verhaltensmaßnahmen steuern und beispielsweise schwere Verläufe bzw. längere Arbeitsunfähigkeitszeiten verhindern.

Autoren: Dr. med. Sonia Trowe, Dr. med. Jörg Zorn

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