Wann ist bei Neurodermitis eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll?

Bei sehr hartnäckigen Neurodermitis-Schüben mit aufgekratzter, offener Haut besteht immer auch die Gefahr der Infektion. Zwar können auch Viren und Pilze solche wunden Hautstellen infizieren, meistens sind es aber Bakterien, die die Eintrittspforte nutzen. Einer der häufigsten bakteriellen Übeltäter heißt Staphylococcus aureus.

In Einzelfällen notwendig

Wenn sich eine solche "Super-Infektion" (= bereits entzündetes Gewebe wird nochmals befallen) sehr heftig entwickelt und durch die üblichen Hautpflegemaßnahmen nicht einzudämmen ist, kann eine antibiotische Behandlung nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig sein. In der Regel genügt dann die örtliche Anwendung mit einer antibiotischen Salbe oder Creme, was zugleich die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen verringert. In sehr ausgeprägten Fällen müssen mitunter aber auch Antibiotika in Tablettenform eingenommen werden.

Was man dabei aber nicht verschweigen darf: Antibiotika werden immer wieder als Auslöser einer Neurodermitis diskutiert. Bewiesen ist das zwar nicht. Aber einen zurückhaltenden Einsatz insbesondere von Tabletten rechtfertigt es allemal. Zumal bei zu häufiger Anwendung Resistenzen der Keime drohen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Anzeigen