Was ist von "kortisonfreien" Salben zu halten, die es im freien Handel gibt?

Leider ist der Werbeslogan "kortisonfrei" oft genug gelogen. Es gibt gleich mehrere Beispiele für sogenannte kortisonfreie Salben oder Cremes gegen Neurodermitis, bei denen Untersuchungen unabhängiger Institute gezeigt haben, dass sehr wohl Kortison enthalten ist.

Diese Präparate werden dann zwar auf gesetzlichen Druck hin umdeklariert, aber neue Übeltäter folgen garantiert.

Wenn Sie derartige Präparate außerhalb der Apotheke kaufen, z.B. über einen Direktvertrieb im Internet, fragen Sie vorher genau nach, welche Stoffe in der Salbe enthalten sind. Wenn die Angaben lückenhaft sind, lassen Sie lieber die Hände davon. Und selbst in der Apotheke sollten Sie genau nachfragen. Denn auch hier ist Umsatz das vorrangige Ziel und gerade Müttern, die sich um Ihr Kind mit Neurodermitis sorgen, lässt sich oft relativ einfach die eine oder andere Salbe mehr verkaufen, wenn es denn nur nach "Natur" klingt.

Kortison hat viele Namen

Leider heißt Kortison nicht immer Kortison. Wenn Sie eine kortisonfreie Salbe haben wollen, ist es also gar nicht so einfach, das zu prüfen. Dexamethason, Prednisolon und viele andere – alles Wirkstoffe auf Kortison-Basis. Ein "on" hinten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Kortison-Wirkstoff handelt. Aber fragen Sie sicherheitshalber auf jeden Fall konkret nach.

Und dann noch etwas ganz anderes: Eine übertriebene Kortison-Angst ist auch nicht immer gut. Zwar haben Kortison-Präparate in der Tat keinen heilenden Effekt, sondern unterdrücken nur die Symptome. Auf der anderen Seite tun sie letzteres aber meist sehr effektiv. Und bei zeitweiser, äußerer Anwendung sind keine schlimmen Nebenwirkungen zu befürchten. Also betrachten Sie den Werbeslogan "kortisonfrei" auch immer etwas kritisch.

Autor: , November 2010

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