Welche UV-Lichttherapie wird bei Neurodermitis empfohlen?

Darauf gibt es keine einheitliche Antwort, da die Auswahl der "richtigen" UV-Therapie beim atopischen Ekzem (Neurodermitis) von verschiedenen Faktoren abhängt.

Neben der Art und Schwere der Hauterkrankung spielen u. a. auch der Allgemeinzustand, die Begleitmedikation und Vortherapien der Betroffenen eine Rolle.

UVA oder UVB?

Bei den ultravioletten Strahlungen UVA und UVB, die in der Dermatologie therapeutisch verwendet werden, handelt es sich um Lichtwellen im Bereich des nicht sichtbaren Lichts. Die künstlich hergestellte UV-Strahlung ist dem natürlichen Sonnenlicht nachempfunden und wirkt sich günstig auf Entzündungen und Autoimmunreaktionen in der Haut aus.

Zur Behandlung des atopischen Ekzems stehen folgende Strahlenspektren zur Verfügung:

  • UVB (Breitbandspektrum, 280-320 nm Wellenlänge)
  • UVB-311 (Schmalbandspektrum, 311-313 nm)
  • UVA (320 - 400 nm, meist in Kombination mit UVB angewandt)
  • UVA-1 (340 - 400 nm, in mittlerer und hoher Dosierung einsetzbar)
  • PUVA

Obgleich alle Phototherapie-Varianten in der Behandlung der Neurodermitis ihre Berechtigung haben, wird derzeit (basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen) der UVB-311nm- und der UVA-1-Phototherapie der Vorzug gegeben. Die Balneo-PUVA-Behandlung wird als weitere mögliche Therapieoption benannt.

Die modernen Schmalspektrum UVB-Lampen mit einer Wellenlänge von 311 nm haben im Vergleich zu den veralteten Breitspektrum-Lampen im UVA/UVB-Bereich eine deutlich bessere antientzündliche Wirkung bei nur wenigen Nebenwirkungen.

Stehen, liegen oder doch baden?

Trotz der scheinbar unzähligen Bestrahlungsvarianten kann leider nicht jeder Betroffene aus den Vollen schöpfen. Bei der Auswahl der richtigen UV-Phototherapie gibt es nämlich einige Einschränkungen.

Faktoren, die es bei der Auswahl der UV-Therapie zu berücksichtigen gilt:

  • Die UVA-1-Hochdosis-Therapie ist nur in spezialisierten Zentren durchführbar.
  • Viele Hautarztpraxen besitzen lediglich UVA/UVB-Breitspektrum-Geräte.
  • Nur wenige Hautärzte bieten die aufwendige Balneo-PUVA-Behandlung an.
  • Nicht jede (Balneo-)Phototherapie wird ambulant von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
  • Manche ältere, immobile oder herzkranke Menschen sind für die Balneo-Phototherapie nicht geeignet – die lange Badedauer plus UV-Behandlung sind körperlich belastend.
  • bereits ausgeschöpftes Kontingent an PUVA-Behandlungen (Man sollte im Laufe des Lebens eine bestimmte Menge an UVA-Dosen nicht überschreiten.)
  • Lichttherapie mehrmals wöchentlich ist für viele Berufstätige schwer realisierbar.

Im Zweifelsfall: Klinik

Sie sehen, manchmal sind es leider die Umstände, die über die "richtige" Therapie entscheiden. Sollten Sie also darüber nachdenken, Ihre Neurodermitis mit einer UV-Phototherapie in Angriff zu nehmen, wäre es nicht verkehrt, dafür ggf. auch eine stationäre oder teilstationäre Maßnahme in Erwägung ziehen.

Gerade bei chronischen Hauterkrankungen ist es durchaus sinnvoll, sich mal eine Auszeit zu nehmen und sich rundum behandeln zu lassen. Fachspezifische Reha-Kliniken bieten Betroffenen für mindestens drei Wochen ein Komplettprogramm, bei dem sowohl die Haut als auch der restliche Körper und die Seele interdisziplinär (fachübergreifend) behandelt werden.

Warum also nicht diesen Weg einschlagen? Alternativ gibt es für manchen Betroffenen aber auch die Option, die UV-Lichttherapie in einer wohnortnahen Tagesklinik durchführen zu lassen.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Mehr zur UV-Therapie finden Sie bei der Schuppenflechte:
UV-Phototherapie bei Psoriasis

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