Wie wirkt Protopic-Salbe bei Neurodermitis?

Die Salbe mit dem Namen Protopic® enthält den Wirkstoff Tacrolimus. Das ist ein ursprünglich aus Bakterien gewonnener Naturstoff, der antientzündlich wirkt, und zwar recht spezifisch auf überschießende Abwehrreaktionen wie bei Neurodermitis.

Protopic® ist also ein sogenanntes Immunsuppressivum, ein Mittel, das sich gegen das überschießende Abwehrsystem des Körpers richtet. Bei Neurodermitis ist der Wirkstoff als Salbe erhältlich und kann bei äußerer Auftragung die Entzündungsreaktion unterdrücken.

Im Prinzip ist Tacrolimus also ein enger Verwandter von Kortison. Zumindest, was die Wirkung angeht. Der Wirkmechanismus ist hingegen sehr unterschiedlich, Tacrolimus geht wesentlich spezifischer gegen die Hautreaktion der Neurodermitis vor als Kortison. Tacrolimus hemmt den körpereigenen Botenstoff Calcineurin. Der ist an der Aktivierung der T-Zellen (das sind spezielle Abwehrzellen) beteiligt und damit an der (versehentlichen) Überreaktion der Haut bei Neurodermitis.

Häufige Nebenwirkung: Brennen der Haut zu Beginn

Typische Kortison-Nebenwirkungen wie eine Ausdünnung der Haut sind unter Tacrolimus nicht zu beobachten. Dafür gibt es andere Nebenwirkungen, vor allem ein Brennen der behandelten Hautstellen in den ersten Tagen der Anwendung. Bei Langzeitanwendung wird auch immer wieder ein mögliches leicht erhöhtes Krebsrisiko diskutiert, das aber eher auf theoretischen Überlegungen beruht und bisher durch die vorliegenden Daten nicht bestätigt wurde.

Bisher wird Tacrolimus meist nur dann verschrieben, wenn andere Mittel (wie Kortison) nicht zu einer ausreichenden Linderung der Beschwerden führen. Oder aber, wenn es mindestens viermal im Jahr zu schweren Schüben kommt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn, Oktober 2012

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