Neurodermitis: Wann darf Cyclosporin A (Immunosporin) nicht eingenommen werden?

Das Immunsuppressivum Cyclosporin A (Immunosporin®) ist ein Medikament, das sich nicht besonders gut mit anderen Arzneimitteln verträgt. Außerdem ist es nicht für jeden Menschen mit Neurodermitis geeignet.

Ausführliches Arztgespräch ist wichtig

Neben möglichen Wechselwirkungen gibt es eine ganze Liste an sogenannten Gegenanzeigen, die es bei der Verschreibung von Cyclosporin A zu berücksichtigen gilt. Um während der Behandlung keine bösen Überraschungen zu erleben, ist es deshalb wichtig, dass Sie Ihren Arzt ausführlich über Ihre allgemeine Krankengeschichte, über bisherige therapeutische Maßnahmen und Medikamente informieren.

Immunosporin® darf in folgenden Fällen bei Neurodermitis nicht angewendet werden:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Bestandteile
  • unkontrollierter Bluthochdruck
  • aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen
  • schwere Nierenfunktionsstörungen
  • aktuelle oder frühere Krebserkrankungen (v. a. Blutkrebs, bestimmte Hautkrebsarten)

Nutzen oder Risiko?

Es gibt aber auch sogenannte "relative Gegenanzeigen" bei der Behandlung mit Cyclosporin A. Das bedeutet, dass die Therapie mit dem Immuntherapeutikum erfolgen kann, wenn der erwartete Nutzen den zu befürchtenden Schaden aufwiegt. Eine Entscheidung, die der Arzt zusammen mit Ihnen sorgfältig abwägen muss.

Immunosporin® kann unter Umständen (Nutzen-Risiko-Abwägung) in folgenden Fällen bei Neurodermitis angewendet werden:

  • Funktionsstörungen der Leber
  • Schwangerschaft
  • gleichzeitige Verwendung von Wirkstoffen, die mit Cyclosporin A interagieren
  • PUVA-Lichttherapien in der Vorgeschichte (u. a. bei Neurodermitis eingesetzte spezielle Phototherapie mit UV-A)
  • gleichzeitige Anwendung anderer Immunsuppressiva bzw. langjährige Vortherapie mit MTX (Methotrexat)

Darauf sollten Sie auch achten

Neben den zuvor genannten absoluten und relativen Kontraindikationen (Gegenanzeigen) gibt es unter der Einnahme von Cyclosporin A durchaus noch andere Punkte zu beachten.

Allgemeine Hinweise zur Behandlung mit Immunosporin® bei Neurodermitis:

  • keine Kombination von Cyclosporin A mit einer UV-Phototherapie (erhöhtes Risiko für Hauttumoren)
  • konsequenter UV-Schutz (Textilschutz, hoher Lichtschutzfaktor, kein Solarium oder Sonnenbaden) während des gesamten Behandlungszeitraums
  • Während einer Immunosporin®-Therapie werden Impfungen mit Lebendimpfstoffen nicht empfohlen (Therapiepause von 2 Wochen vor und 4 bis 6 Wochen nach der Impfung einhalten).
  • Das Trinken von Grapefruitsaft während der Behandlung mit Immunosporin® kann die Nebenwirkungen des Medikaments verstärken.

Konflikte nicht ausgeschlossen

Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Wirkstoffe, die mit Immunosporin® in Wechselwirkung treten können. Das bedeutet, dass die gleichzeitige Verwendung bestimmter Medikamente die Wirkung von Cyclosporin A entweder abschwächen oder auch gefährlich verstärken kann.

Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, sollten Sie Ihrem Arzt alle Arzneimittel benennen, die Sie aktuell einnehmen, inklusive der frei verkäuflichen bzw. "natürlichen" Präparate. Nur so kann Ihr Dermatologe entscheiden, ob eine Behandlung mit Cyclosporin A überhaupt möglich ist, ob ggf. lediglich eine Anpassung der Wirkstoffmenge oder die Umstellung eines Ihrer Dauermedikamente erforderlich ist.

Wenn Sie all diese Anmerkungen und Tipps beherzigen, sollte einer erfolgreichen Therapie mit Cyclosporin A nichts mehr im Wege stehen.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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