Neurodermitis: Welche unerwünschten Wirkungen können unter Cyclosporin A (Immunosporin) auftreten?

Die zur Therapie der schweren Neurodermitis eingesetzten Immunosporin®-Weichkapseln (Cyclosporin A) weisen eine lange Liste an möglichen Nebenwirkungen auf. Hinzu kommt ein sehr enges therapeutisches Spektrum dieses Medikaments.

Im Klartext: Immunosporin® gehört zu den sogenannten dosiskritischen Arzneimitteln – der Abstand zwischen der gewollten therapeutischen und einer unerwünschten toxischen (gesundheitsschädlichen) Wirkung ist sehr klein. Somit kann eine etwas zu geringe Dosierung zum Wirksamkeitsverlust und eine etwas zu hohe Dosis zu vermehrten Nebenwirkungen führen.

Kann, muss aber nicht

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können sich bei jedem Menschen in sehr unterschiedlicher Ausprägung zeigen oder aber auch gar nicht auftreten. Im Falle des Cyclosporin A ist es überaus wichtig, dass Sie sich genauestens an die Anwendungsvorgaben Ihres Arztes halten und sich engmaschig von ihm untersuchen lassen.

Seien Sie jedoch beruhigt: Wenn Sie die Empfehlungen bzw. Einnahmevorschriften zu Immunosporin® beachten, haben Sie mit diesem altbewährtem Therapeutikum in der Regel ein sehr gutes Behandlungsergebnis mit überschaubaren Nebenwirkungen zu erwarten.

Klassische Nebeneffekte

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Immunosporin® bei Neurodermitis gehören:

  • Verschlechterung der Nierenfunktion
  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen einschließlich Migräne
  • Tremor (nicht kontrollierbares Zittern)
  • Hyperlipidämie (hohe Blutfettwerte)

Weitere häufige Nebenwirkungen (bei weniger als 10 % der Betroffenen) von Cyclosporin A bei Neurodermitis sind u. a.:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
  • übermäßiges Haarwachstum im Gesicht und am Körper
  • Zahnfleischentzündungen bzw. -wucherungen
  • Müdigkeit, Muskelschmerzen und -krämpfe
  • Verschlechterung der Leberfunktion
  • Blutbildstörungen
  • Missempfindungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, Brennen (vor allem an Händen und Füßen)

Nicht vergessen: Die Nebenwirkungen von Cyclosporin A sind meist dosisabhängig und sprechen daher auch gut auf eine Dosisreduktion gut an.

Aufgrund der niedrigeren Dosierung des Medikaments bei der Neurodermitis fallen die potentiellen unerwünschten Wirkungen aber eh insgesamt milder aus bzw. sie treten weniger häufig auf als beispielsweise bei Organtransplantierten.

Regelmäßig zum Check-up

Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich auch als Neurodermitiker unter der Therapie mit Immunosporin® regelmäßig bei Ihrem behandelnden Arzt vorstellen. Die engmaschigen Kontrolluntersuchungen in der Hautarztpraxis beinhalten neben den Hautinspektionen auch Blutdruckmessungen und Blutuntersuchungen (insbesondere der Nierenwerte).

Im Gegensatz zur höherdosierten Behandlung von Organtransplantierten ist bei der Therapie der schweren Neurodermitis eine Messung des Cyclosporin A-Wirkstoffgehalts im Blut (Blutspiegel-Bestimmung) jedoch nicht erforderlich.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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