Welche Wirkung hat Cyclosporin A (Immunosporin) bei Neurodermitis?

Cyclosporin A (Immunosporin®) ist ein Immunsuppressivum, das u. a. in der systemischen (innerlichen) Behandlung der schweren Neurodermitis eingesetzt wird. Es unterdrückt das bei der Erkrankung überschießende Abwehrsystem und wirkt dadurch stark entzündungshemmend.

Komplexe Erkrankung

Obwohl die Ursachen des atopischen Ekzems (Neurodermitis) bislang noch nicht vollständig geklärt sind, weiß man dennoch, dass es sich um eine multifaktorielle (durch viele Einflüsse bedingte) Hauterkrankung handelt. Neben einer genetischen Veranlagung, diversen Umwelteinflüssen und psychosomatischen Faktoren spielt auch eine Fehlsteuerung des (Haut-)Immunsystems eine Rolle.

Durch den Einsatz des Calcineurin-Inhibitors Cyclosporin A soll das fehlgesteuerte Immunsystem und somit zumindest ein Teil der auslösenden Ursachen bei der Neurodermitis unterdrückt werden.

Der Abwehr-Blocker

Ein gut funktionierendes Immunsystem ist lebenswichtig. Unsere Abwehr ist dadurch nicht nur in der Lage, in den Körper eingedrungene Keime und Fremdkörper zu entfernen, es zerstört auch fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen.

Leider schießt das Immunsystem gelegentlich auch ohne triftigen Grund über das Ziel hinaus bzw. reagiert über, wie im Falle der Neurodermitis. Der Wirkstoff Cyclosporin A greift genau in diesen fehlgesteuerten Zyklus ein und drosselt damit die Entzündungsreaktion.

Wirkprinzip von Immunosporin® bei der Neurodermitis:

  • gezielte Hemmung von Calcineurin (daher der Name Calcineurin-Inhibitor)
  • Calcineurin ist eigentlich dafür verantwortlich, dass Entzündungsbotenstoffe gebildet werden.
  • Diese Botenstoffe aktivieren und vermehren wiederum T-Lymphozyten (bestimmte Abwehrzellen in der Haut).
  • Die durch Calcineurin fehlgesteuerte T-Zell-Aktivierung sorgt somit für eine (versehentliche) Überreaktion der Haut.
  • Die Gabe von Cyclosporin A unterbricht diese Signalkaskade. Der Wirkstoff führt zu einer Hemmung der T-Zellen, zu einer Unterdrückung entzündungsfördernder Botenstoffe und sorgt so letztlich für eine verminderte Tätigkeit des fehlgeleiteten Immunsystems.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

Anzeigen