Hilft eine Hyposensibilisierung bei Neurodermitis?

Eher nicht. Bei bestimmten Allergie-Formen ist die Hyposensibilisierung (auch: spezifische Immuntherapie) zwar sehr erfolgversprechend. Aber dafür braucht es ein möglichst isoliertes Allergen, auf das man die Behandlung ausrichten kann, also einen bestimmten Allergie-Auslöser. Der liegt aber bei Neurodermitis meist gar nicht vor.

Ziel einer Hyposensibilisierung ist es, das überreagierende Immunsystem schrittweise an die als Allergen „missinterpretierte“ Substanz zu gewöhnen. Dafür wird in langsam ansteigenden Dosen der jeweilige Allergie-Stoff gespritzt.

Mit einem Erfolg dieses Ansatzes ist nur zu rechnen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, die vor allem den Allergietyp und die Identifizierung bestimmter Allergene betreffen. Da es sich bei der Neurodermitis üblicherweise um ein breites Allergenspektrum handelt, ist die Hyposensibilisierung hier nicht besonders aussichtsreich. Zwar kann ein probeweise Versuch bei günstig anmutender Ausgangslage versucht werden. Für eine klare Empfehlung dieser Methode reichen die gesicherten Erkenntnisse bislang aber nicht aus.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser &

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