Ein starkes Nervenkostüm: Gibt es das überhaupt?

Ja, das gibt es. Oder anders ausgedrückt: Es gibt tatsächlich große Unterschiede in unserer Fähigkeit, mit Stress und ähnlichen Belastungen umzugehen. Einige Menschen bleiben in solchen Situationen cool, beweisen gute Nerven und Geduld und bleiben auch seelisch stabil. Das wird aber leider nicht jedem in die Wiege gelegt oder anerzogen. Die gute Nachricht: Es kann aber erlernt, trainiert, gefördert und gepflegt werden.

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Großer Bedarf an Nervenstärkung

Wenn es stimmt, dass jeder fünfte Erwachsene unter seinem dünnen Nervenkostüm leidet, dann besteht dafür ein dringender Handlungsbedarf. Der Anstieg der psychischen Ursachen bei den Krankschreibungen, zunehmend auch bei Männern, passt da jedenfalls ins Bild. Abgesehen davon dürfte die Stärkung des Nervenkostüms wohl  mehr oder weniger für Jeden von Interesse sein.

Bei der Entwicklung eines starken Nervenkostüms ist zu berücksichtigen, dass sich nur kleiner Teil unserer Nerven willentlich beeinflussen lässt. Der andere Part, das autonome Nervensystem, regelt vor allem die lebensnotwendigen Vorgänge wie Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel – aber auch Stress- bzw. Fluchtverhalten. Und da lässt es sich kaum hineinreden, entzieht sich also – zumindest dem Ungeübten – jeglicher Kontrolle. Um diesen Part geht es in erster Linie, wenn vom starken oder schwachen Nervenkostüm die Rede ist.

Schneidern Sie an Ihrem Nervenkostüm – selbst und ständig

Aber auch das unbewusste Nervensystem kann man pflegen und umsorgen. Und das macht in jedem Fall sehr viel Sinn. Denn es spielt eine zentrale Vermittlerfunktion im Organismus – zwischen Körper, Geist und Seele. Zur optimalen Pflege des Nervenkostüms gehört vor allem eine gesunde Lebensweise und Ernährung. Aber außerdem auch – und das wird in unserer Gesellschaft oft unterschätzt – Entspannungstechniken, Atem- und Achtsamkeitsübungen, Selbsterkenntnis- und Selbstwirksamkeitsstrategien. Das ist nicht so schwer, wie es klingt. Nur halt den meisten von uns hierzulande nicht so bekannt und vertraut.

Bei Bedarf können Sie sich natürlich auch des breiten psychologischen bzw. psychotherapeutischen Begleitangebotes bedienen. Und natürlich der zahlreich zur Verfügung stehenden Präparate auf pflanzlicher, chemischer oder homöopathischer Basis.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn