Warum bin ich so nervös (und andere nicht)?

Nervöse Unruhe ist ein verbreitetes Phänomen in unserer Gesellschaft. Tendenz steigend. Wenn Sie an Ihrer Nervosität leiden, befinden Sie sich sozusagen in guter Gesellschaft. Denn die natürlichen, strukturgebenden Rhythmen wie Tag und Nacht, Jahreszeiten, Aktivitäts- und Ruhephasen fallen den modernen Lebensgewohnheiten zunehmend zum Opfer. Sei es im Beruf, in der Freizeit, in der Familie oder beim Konsumverhalten.

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Manche Menschen können das nach außen besser verbergen als andere. Gelöst ist die Problematik damit natürlich nicht, hinter der Fassade braut sich Ungesundes zusammen.

Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem

Nervosität wird gemeinhin als Verlust der inneren Ruhe und Gelassenheit definiert. Involviert ist dabei immer unser vegetatives Nervensystem. Es wird auch als autonom bezeichnet, da wir es nicht willkürlich kontrollieren können, zumindest nicht so ohne weiteres.

Das nervliche Ungleichgewicht kann vielfältige Beschwerden verursachen, die mitunter als schwer belastend empfunden werden und sogar zu körperlichen Fehlfunktionen führen können. In selteneren Fällen sind die organischen Erkrankungen zuerst da und verursachen von sich aus nervöse Störungen. Das kann auch bei bestimmten psychischen Krankheiten der Fall sein.

Trotz Veranlagung und Prägung: innere Ruhe und Kraft sind trainierbar

Nervosität kann sich aber auch als ein Wesenszug äußern, der dem persönlichen Charakter entspringt. Zudem ist die Empfindlichkeit gegenüber äußeren Stressfaktoren individuell unterschiedlich ausgeprägt. Das mag auf Veranlagung beruhen, häufig auch auf Erfahrungen in der frühen, prägenden Phase unserer Lebensentwicklung. Denn welche Faktoren und Anlässe es auch sind, die uns die Schweißperlen auf die Stirn treiben, den Magen verkrampfen oder unser Herz rasend machen – es kommt immer auf unsere innere Einstellung und unseren Umgang damit an.

Das ist gleichzeitig die gute Nachricht: Unsere Einstellung und unsere Fähigkeiten zur Problembewältigung können wir verbessern und trainieren. Die nervliche Überforderung können wir vermeiden. Durch richtiges, gesünderes Verhalten, Entspannungstechniken und weitere Methoden, die vergleichsweise einfach und hochwirksam sind. Aber nur dann, wenn wir sie dauerhaft in unseren Alltag integrieren.

Autor: Dr. Hubertus Glaser