Ist Schokolade oder ein Apfel besser für die Nerven?

Bei vielen Menschen tendiert das Gehirn zur Schokolade, wenn es die Wahl zwischen einem Apfel und der Süßigkeit hat. Warum? Weil der Zucker in der Schokolade als schnell verfügbare Glukose (Einfachzucker) vorliegt. Und das ist der Treibstoff für unser Denkorgan.

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Außerdem enthält das Naschwerk viel Tryptophan. Aus dieser Aminosäure wird das Glückshormon Serotonin im Gehirn gebildet. Das wirkt stimmungsaufhellend und beruhigend. Es lernt und arbeitet sich besser.

Leider sind die positiven Effekte des Blutzuckeranstiegs und der Serotoninbildung nur von kurzer Dauer. Danach geht es mit der Konzentration runter und Müdigkeit setzt ein.

Komplexe Kohlenhydrate im Apfel von Vorteil

Das ist beim Apfel anders. Er enthält zwar auch Trauben- und Fruchtzucker für die schnelle Energieversorgung. Vor allem aber Mehrfachzucker in Form von komplexen Kohlenhydraten. Die müssen zur Verwertung erstmal verdaut und aufgespalten werden. Das hält den Blutzuckerspiegel konstant und die Konzentration länger aufrecht (und verhindert übrigens auch Heißhungerattacken). Außerdem finden sich in und unter der Apfelschale 30 Vitamine und Spurenelemente, reichlich Kalium und etliche andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Wasser- und niedrige Kaloriengehalt sind weitere bekannte Vorteile. Auch für Zähne und Darm ist der Apfel das bessere Lebensmittel.

Je höher der Kakaogehalt, desto besser

Dennoch hat auch die Schokolade ihre Vorzüge. Vor allem als Zartbitterversion mit hohem Kakao-Anteil. Dann ist zum einen der Zuckergehalt niedriger. Außerdem enthält der Kakao wie auch die Apfelschale Flavonoide mit antioxidativen und anderen positiven Eigenschaften. Der Abbau von Stresshormonen wird gefördert und der Blutdruck gesenkt. Die Schokolade darf also auf dem Speiseplan bleiben, nur halt in kleinen Mengen und zum bewussten Genießen statt als tafelweise Notfallmaßnahme.

Autor: Dr. Hubertus Glaser