Hilft Sport gegen nervöse Unruhe?

Ja. Sportliche Bewegung ist eine äußerst wirksame Maßnahme, um innere Unruhe- und Anspannungszustände abzubauen. Dabei kommt es gleich zu mehreren positiven Effekten, die zu einer Stabilisierung des in Schieflage geratenen Vegetativums (unbewusstes Nervensystem) beitragen.

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Gute Durchblutung und Endorphine gegen Nervosität

Um nur drei von ihnen zu nennen:

  • verbesserte Durchblutung und damit Sauerstoff- und Energiezufuhr für Gehirn und Nerven,
  • verbesserte Stoffwechsellage und Entsorgung von Schlacken und Nervengiftstoffen,
  • Ausschüttung der als „Glückshormone“ bekannten Endorphine.

Durch die aktive Ablenkung bekommen Sie den Kopf wieder frei. Natürlich wird nicht zur Übertreibung geraten, sondern zu moderatem Sport. Wenn Sie den mit Kollegen oder Freunden betreiben, kommt noch der sehr positive gesellige Aspekt hinzu.

Bewegung wirkt entspannend

Studien haben die Wirksamkeit von Sport bei noch gravierenderen Zuständen wie einer Depression mittlerweile nachgewiesen. Es braucht zwar in diesem Fall ein bisschen länger als mit Medikamenten, bis der therapeutische Effekt zum Tragen kommt. Dafür ist er nicht nur genauso stark, sondern sogar nachhaltiger. Es kommt seltener zu Rückfällen. Interessant ist auch, dass umgekehrt Langstreckenläufer, die von heute auf morgen keinen Sport mehr treiben, krankheitsähnliche Symptome wie depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und innere Unruhe entwickeln.

Was da biochemisch genau passiert, ist zwar bisher noch ungeklärt. Bekannt ist aber, dass Bewegung den Sympathikotonus reduziert. Dabei handelt es sich um den Erregungszustand des sympathischen Nervensystems. In gesteigerter Form ist er typisch für stressbedingte Alarmreaktionen des Körpers. Wird er durch die Bewegungsaktivität heruntergefahren, kann sein Gegenspieler, der Parasympathikus, ausgleichen und für Entspannung sorgen.

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass Sport allein auch nicht glücklich macht. Aber als Bestandteil eines Maßnahmenpakets für eine verbesserte Nervenstärke und Ausgeglichenheit ist er definitiv wertvoll.

Autor: Dr. Hubertus Glaser