Kann man nervöse Unruhe auch homöopathisch behandeln?

Ja. Viele Schulmediziner sprechen der Homöopathie zwar jede Wirksamkeit ab, insbesondere weil deren Wirkung nach gängiger wissenschaftlicher Lehrmeinung nicht nachzuweisen und auch nicht zu erklären ist. Dabei übersehen sie aber, dass viele Anwender – und um die geht es ja – genau das Gegenteil sagen. Nämlich, dass ihnen homöopathische Mittel helfen.

Hinzu kommt, dass wir ja auch vieles andere, was in unserem Körper so vor sich geht, bisher kaum verstehen. Leider fällt es vielen klassisch ausgebildeten Ärzten schwer, das zuzugeben.

Kaffee in fremder Mission

Nun aber zur Homöopathie und der nervösen Unruhe. Für den Uneingeweihten mag es erstaunlich erscheinen, dass ausgerechnet Kaffee gegen Nervosität und Schlafstörungen helfen soll. In der Homöopathie ist das aber so. In sehr niedriger Dosis, aber hoher Potenz gemäß dem homöopathischen Prozedere, sollen die Stoffe bei kranken bzw. leidenden Menschen genau gegen diejenigen Symptome wirken, die sie in hoher Dosis bei Gesunden verursachen.

Das ist das homöopathische Prinzip des „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Und dafür stehen neben Coffea arabica noch etliche andere Substanzen bereit, die homöopathischen Arzneimittelprüfungen unterzogen wurden. Anhand ihrer spezifischen Arzneimittelbilder kann der homöopathisch versierte Therapeut dann das oder diejenigen Mittel heraussuchen, die am ehesten zum Beschwerdebild und Ursachenmuster des zu Behandelnden passen.

Trend zur Selbstbehandlung

Dabei gibt es in Deutschland eine klare Tendenz zur Selbstbehandlung. Wie die Umfrage eines bekannten Marktforschungsinstituts ergab, hat bereits über die Hälfte der Deutschen schon einmal von den rezeptfreien Homöopathika Gebrauch gemacht. Dreiviertel von ihnen halten dabei eine Verschreibung durch den Arzt oder Heilpraktiker nicht für erforderlich. Ob und wie auch immer die Mittel dabei in die Regulationsvorgänge des Organismus eingreifen – bei der wachsenden Schar ihrer Anhänger scheinen sie die Selbstheilungskräfte wirksam zu unterstützen.

Zunehmend beliebt: homöopathische Komplexmittel

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch die sogenannten Komplexmittel, die verschiedene Einzelmittel in möglichst optimaler Abstimmung miteinander kombinieren. Dadurch vergrößert sich das abdeckbare Symptomenspektrum. Herstellerberichte weisen auf Anwendungsbeobachtungen in Arztpraxen hin, die den Komplexmitteln einen vergleichbar schnellen Besserungseffekt wie synthetischen Medikamenten attestieren. Und das bei guter Verträglichkeit und ohne Nebenwirkungen. Ein weiterer Vorteil für Selbstbehandler: Auf die aufwändige Auswahl der Einzelmittel kann verzichtet werden.

Zu den geläufigen Substanzen, die als Homöopathika gegen innere Unruhe und nervöse Störungen zum Einsatz kommen, zählen u.a.: Acidum phosphoricum, Aconitum, Argentum nitricum, Arnica, Avena sativa, Chamomilla, Coffea arabica, Damiana, Gelsemium, Ignatia, Passiflora incarnata, Reserpinum, Valeriana, Veratrum album, Zincum metallicum.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn