Ständig nervös: In welchen Fällen lohnt sich der Gang zum Arzt?

Kurz gesagt: Wenn Sie Ihre Nervosität als sehr belastend empfinden. Wenn Sie zum Beispiel über längere Zeit sehr schlecht schlafen oder andere körperliche Beschwerden entwickeln. Aber auch wenn Sie aufgrund Ihrer Nervosität privat und beruflich anecken, lohnt sich möglicherweise der Gang zum Arzt. Am besten, Sie suchen einen aus, der ganzheitlich geschult ist – oder zumindest einen Blick für seelische Sorgen hat.

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Wenn Nervosität zur Belastung wird, besteht Handlungsbedarf

Gelegentliche Phasen, in denen man sich nervös, überfordert und innerlich unruhig fühlt, durchlebt wohl jeder Mensch. Nimmt Ihre Nervosität aber intolerable Ausmaße an oder besteht sie auch ohne konkreten Anlass wochenlang fort, besteht Handlungsbedarf. Zunächst durch die eigene Auseinandersetzung mit der Problematik und ihren möglichen Ursachen. Außerdem durch geeignete Selbsthilfemaßnahmen.

Falls die nichts bringen oder Sie sich dazu nicht in der Lage sehen, dann nehmen Sie lieber ärztliche Hilfe in Anspruch. Auch ein Psychiater kann in solchen Fällen der richtige Ansprechpartner sein. Nicht weil sie verrückt sind, sondern weil ein Psychotherapeut oder eine Psychotherapeutin sehr gut geschult im Umgang mit solchen Problemen sind.

Die Empfehlung zum Arztbesuch gilt natürlich erst recht, wenn körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Verdauungsprobleme, Kreislauf- oder Schlafstörungen hinzukommen.

Die wichtigen Fragen

Der Arzt bzw. Therapeut wird Ihnen zunächst die gleichen Fragen zu Ihrer Nervosität stellen, die Sie sich vermutlich zuvor auch schon selbst gestellt haben, etwa:

  • Wann ist die innere Unruhe zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wie kam es dazu? Gab es einen Anlass oder einen Auslöser?
  • Wie hat sich die Nervosität über die letzten Wochen bis Monate entwickelt? Hat sich ihr Ausmaß verändert?
  • Was haben Sie bisher dagegen unternommen und mit welchem Erfolg?

Blutabnahme wegen Nervosität?

Außerdem wird Sie der Arzt gründlich befragen (das sollte er zumindest): zu Ihrer Vorgeschichte (frühere Krankheiten und gesundheitsrelevante Ereignisse etc.), zu Ihrer Ernährung, Ihrem Schlaf und Ihren sportlichen Aktivitäten. Auch die beruflichen und privaten Rahmenbedingungen sind natürlich wichtig.

Wahrscheinlich wird Sie der Arzt auch körperlich untersuchen und Ihnen Blut für eine Laboruntersuchung abnehmen. Diese Maßnahmen sind auch für den Ausschluss von anderen Erkrankungen wichtig, die eine innere Unruhe bzw. deren Symptome auslösen können (z.B. Schilddrüsenüberfunktion). Ob und welche weiteren diagnostischen Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den Ergebnissen dieser Erstuntersuchung ab.

Und die Behandlung? Das hängt davon ab, woher die Nervosität kommt. Oft sind gezielte Entspannungsübungen ein sehr gutes Gegenmittel. Auch pflanzliche oder homöopathische Beruhigungsmittel können helfen. Auf stärkere, synthetische Beruhigungsmittel sollten Sie nur im Ausnahmefall zurückgreifen.

Die wichtigste Maßnahme aber lautet: Die Ursachen der Nervosität bekämpfen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn