Woran erkennt man, dass man zu nervös ist?

Hin und wieder mal nervös zu sein, ist normal. Ist man aber ständig oder zumindest sehr häufig angespannt und unruhig, dann ist das zu viel. Entscheidend bei Nervosität ist also ihre Dosis und Dauer. Ab einer gewissen Menge wird sie zur gesundheitlichen Belastung.

Unsere 12 wichtigsten Tipps gegen Nervosität

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Wenn die roten Lampen angehen

Nervosität kennt jeder. Die Hände werden feucht und beginnen eventuell leicht zu zittern, das Herz schlägt schneller und kräftiger, Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Das Gesicht erblasst oder errötet, der Magen drückt oder wird flau. Das ist nicht schön, aber normal, wenn es einen nachvollziehbaren Grund zur Aufregung gibt oder die Situation sich so unangenehm anfühlt, dass man ihr am liebsten entfliehen möchte.

Das ist nämlich auch der körperliche Hintergrund für die spür- und sichtbaren Anzeichen von Nervosität: Es handelt sich im ausgeprägten Fall um eine Fluchtreaktion, in milderer Form zumindest um eine erhöhte Alarmbereitschaft. Das ist nützlich, um die Leistungsressourcen des Organismus im Notfall – oder was dafür gehalten wird – konzentriert einsetzen und die eigene Schlagkraft erhöhen zu können. Viele Künstler und Sportler bewerten diese auch als Lampenfieber oder Adrenalinschub bezeichnete Art der Anspannung zur Mobilisation für einen gelungenen Auftritt oder Wettkampf durchaus positiv.

Handlungsbedarf bei übermäßiger oder dauerhafter Nervosität

Natürlich ist die Nervosität in ihren unterschiedlichen Ausprägungsgraden auch Typsache und das persönliche bzw. charakterliche Spektrum des noch „Normalen“ breit. Handlungsbedarf ergibt sich, wenn eine Beeinträchtigung durch die Übernervosität verhindert werden soll (z.B. beim Vortrag, Vorstellungsgespräch oder Auftritt) oder wenn der innere Unruhezustand dauerhaft anhält und/oder unerträgliche Ausmaße annimmt. Und erst recht, wenn sogar schon krankheitsrelevante Folgeerscheinungen hinzutreten. Also u.a. bei folgenden Symptomen:

  • Nervosität und Anspannung über mehrere Wochen, eventuell mit Schlafstörungen
  • starkes und störendes (Hände-) Zittern, Schwitzen, Erröten, Herzrasen
  • gesteigerte Unsicherheit, Angst
  • erhöhte Reizbarkeit, Aggressivität
  • starke Erregungszustände, Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit
  • Weinkrämpfe ohne erkennbare Ursache
  • Verdauungsstörungen (Magenschmerzen, Durchfall, Verstopfung)
  • erhöhter Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Burnout, Depression

Autor: Dr. Hubertus Glaser