Welche Beruhigungsmittel helfen am besten gegen Nervosität?

Das ist so pauschal nicht zu beantworten. Es kommt u.a. darauf an, wie stark Ihre Nervosität ausgeprägt ist, welche Gründe sie hat und wie gut Ihr Organismus auf die verschiedenen Beruhigungsmittel anspricht.

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Außerdem spielen die Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle und Ihre persönlichen Präferenzen:

  • Soll die Wirkung möglichst schnell, am besten innerhalb der nächsten Stunde einsetzen?
  • Was ist Ihnen wichtiger: eine möglichst starke Wirkung oder möglichst geringe Nebenwirkungen?
  • Möchten Sie es rezeptfrei beziehen können?
  • Soll es sich um ein Naturprodukt handeln?

Vermutlich gibt es noch weitere Fragen, die Ihnen zur Orientierung helfen können.

Breite Palette an Pflanzenheilmitteln, synthetischen Medikamenten und Homöopathika

Die Auswahl an verfügbaren Präparaten ist jedenfalls groß. Die schnellste und stärkste Wirksamkeit wird im statistischen Mittel den chemisch-synthetischen Medikamenten zukommen. Pflanzliche Beruhigungsmittel brauchen meist etwas länger, bis sie richtig wirken, tun das dann aber vergleichsweise gut und schonend. Bei Homöopathika ist noch weniger mit Nebenwirkungen zu rechnen, abgesehen von einer möglichen Verschlechterung der Symptome zu Beginn (Erstverschlimmerung). Ihre Fans schwören darauf. Das gilt auch für die Gemeinde der Bachblüten-Befürworter.

Geht man nach der Zahl der ärztlichen Verschreibungen, dann liegen die Benzodiazepine vorn. Das sind Valium & Co, die im Wirkstoffnamen fast alle auf "zepam" enden. Auch Neuroleptika (Nervendämpungsmittel), Betablocker und Antidepressiva werden gerne verordnet. Aber das sind alles Mittel, die auch erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.

Sind starke "Hammer" notwendig?

Es kommt übrigens auch darauf an, an wen Sie sich wenden. Manche Ärzte greifen schnell zum "Hammer", andere gehen – wie wir meinen – einfühlsamer vor.

Aber auch Ihre Einstellung spielt natürlich eine Rolle. Letztlich geht es vor allem darum, wie stark Ihr Leidensdruck ausgeprägt ist und ob sich vielleicht schon körperliche Beschwerden zu denen der inneren Unruhe gesellen. Dann kann der Griff zu den Pharmazeutika durchaus gerechtfertigt sein.

Greifen Sie wenn möglich zuerst zu den Pflanzenheilmitteln. Wenn die nicht oder nicht mehr wirken, haben Sie immer noch die Möglichkeit, sich mit synthetischen Psychopharmaka Linderung zu verschaffen. In umgekehrter Reihenfolge wird das schwierig.

Langfristig sind nichtmedikamentöse Maßnahmen besser

In jedem Fall sollten Sie die nichtmedikamentösen Maßnahmen nicht außer Acht lassen. Die reichen von gesunden Ernährungs- und Verhaltensweisen über körperliche Aktivität und Entspannungstechniken bis hin zur Konfliktbewältigung und Lebensstiländerung. Bei Bedarf mit psychotherapeutischer Begleitung. Das sind auf Dauer die empfehlenswerteren „Beruhigungsmittel“ mit dem besten und nachhaltigsten Wirkeffekt.

Zu den häufig angewandten Beruhigungsmitteln zählen:

  • Pflanzenheilmittel (z.B. Passionsblume, Baldrian, Hopfen, Melisse, Johanniskraut)
  • Benzodiazepine
  • Nicht-Benzodiazepin-Agonisten
  • Neuroleptika
  • Antidepressiva
  • Antihistaminika
  • Betablocker
  • Homöopathika
  • Bachblüten
  • Schüsslersalze

Autor: Dr. Hubertus Glaser