Kann ständige Nervosität zum Herzinfarkt führen?

Wenn Sie ständig nervös sind, bekommen Sie deshalb noch keinen Herzinfarkt. Positiv für Ihre Herzgesundheit ist dieser Zustand aber auch nicht. Das gilt vor allem, wenn Sie ohnehin schon Herzprobleme haben.

Bedrohung nicht wirklich geklärt

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Wenn sich eine bedrohliche Situation für Ihr Herz entwickelt hat und beispielsweise eine koronare Herzerkrankung (verengte Herzgefäße) besteht, dann kann die Überaktivität des vegetativen Nervensystems über verschiedene Reaktionswege den gefürchteten Gefäßverschluss in der Herzwand auf Dauer mitverursachen. Außerdem kann die ständige Nervosität zu anderen stressbedingten Erkrankungen beitragen.

Eindeutige wissenschaftliche Belege für die konkreten Zusammenhänge sind aber mager. Vor allem, weil der Nachweis solcher Risiken schwieriger ist als man sich das vielleicht denkt. Was man immerhin weiß: Menschen mit früherem Herzinfarkt, die mit ihrer Wut schlecht umgehen können, haben ein höheres Risiko für einen zweiten Herzinfarkt.

Auch der umgekehrte Zusammengang ist bekannt, dass nämlich einige Herzinfarktpatienten nach diesem gravierenden Ereignis nervöse Beschwerden und Angststörungen entwickeln.

Nervöse Herzbeschwerden häufig

Angst, Aufregung und Stress können übrigens auch zu einer nervös bedingten Verkrampfung der an sich gesunden Herzkranzgefäße führen und vergleichbare Symptome wie bei einem echten Herzanfall auslösen. Die sind aber im Unterschied zur echten Herzkrankheit nur vorübergehend, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung normalisieren sich nach der Beruhigung ja wieder.

Dieses Phänomen scheint es häufiger zu geben. In Untersuchungsreihen mit Patienten, bei denen ein starker Verdacht auf arteriosklerotisch verengte Herzkranzgefäße bestand, fand sich bei bis zu einem Drittel von ihnen kein krankhafter organischer Befund. Da die ausstrahlenden Brustschmerzen aber Todesängste auslösen können, bilden sie häufiger die Grundlage für die Entstehung von Panikattacken. Die wiederum ähneln häufig der Herzinfarktsymptomatik.

Fazit

Alles in allem bleibt festzuhalten: Wenn Sie an einer dauerhaften Nervosität leiden, brauchen Sie sich deshalb vor einem Herzinfarkt nicht zu fürchten. Sie sollten es auch nicht, denn die Angst vor dem Herzinfarkt würde Ihre Beschwerden eher verstärken und eventuell sogar in einen Teufelskreis mit Panikattacken münden. Arbeiten Sie trotzdem an der Überwindung der inneren Unruhe – Ihrer Gesundheit und Lebensqualität zuliebe.

Autor: Dr. Hubertus Glaser