Was kann ich gegen hektische Flecken tun?

Da die Bildung hektischer Flecken als sichtbare Gefühlsregung unwillkürlich abläuft, können Sie sie nicht stoppen. Also müssen Sie dafür sorgen, dass es möglichst erst gar nicht zu dieser Stressreaktion des Nervensystems kommt oder zumindest nicht so ausgeprägt. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten mit unterschiedlichem Aufwand und unterschiedlichen Erfolgschancen.

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Nervosität beim Vortrag umschiffen

Machen Sie sich zunächst klar, wo und wann sich für Sie solche Stresssituationen ergeben und welche Ursachen dahinterstecken. Manche davon lassen sich relativ einfach erkennen und (vielleicht nicht immer ganz so einfach) abstellen – beispielsweise durch eine umfassendere Vorbereitung auf einen Auftritt oder ein Gespräch. So kann man zum Beispiel bestimmte Gesprächstechniken lernen, die einen während einer Rede selbstbewusster erscheinen lassen. Und mit diesem Rüstzeug wird man dann auch sicherer.

Verhaltenstipps gegen hektische Flecken

Aber auch bei bester Vorbereitung kann Ihnen ihr Nervensystem einen Streich spielen. Hilfreiche Maßnahmen für starke Nerven und gegen nervöse bzw. hektische Flecken können sein:

  • Je nach Situation: Gehen Sie offen damit um und teilen Sie Ihrem Gegenüber mit, dass Sie eine Neigung, aber keine Zuneigung zum Fleckenkostüm haben. Da es vielen anderen Menschen auch so geht, werden Sie auf Verständnis stoßen. Zugleich nehmen Sie Ihrer eigenen Stressreaktion den Wind aus den Segeln.
  • Machen Sie sich klar, dass Ihr Gegenüber die Hauterscheinungen und Stresssymptome kaum wahrnimmt, jedenfalls nicht so deutlich wie Sie selbst. Und selbst wenn – na und?
  • Vermeidung von möglichen Auslösern wie Schlafmangel, Kaffee, Alkohol.
  • Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Atem- und Achtsamkeitsübungen.
  • Überlastung, Überforderung und unbewusste Ängste erkennen und abbauen.
  • Selbststärkungsstrategien zur Konfliktbewältigung.

Pharmazeutische Hilfsmittel

Wenn Ihnen die Flecken in einer zu erwartenden Situation sehr unangenehm sind, können Sie kurzfristig und sporadisch auch auf Hilfsmittel wie Beruhigungstees oder Beruhigungsmittel auf homöopathischer, pflanzlicher oder chemischer Basis zurückgreifen. Die Wirksamkeit hängt von der Art und Dosierung des Mittels ab und von der individuellen Reaktion Ihres Nervensystem darauf. Insbesondere dann, wenn weitere Stressymptome wie zitternde Hände oder Herzrasen zu erwarten sind, kann die pharmazeutische Unterstützung eine Option sein. Manche Menschen fahren gut damit.

Verinnerlichte Abregung

Andere haben festgestellt, dass sich die Aufregung eigentlich gar nicht lohnt, auch nicht die Angst vor der Aufregung. Und sie haben es so verinnerlicht, dass ihr Nervensystem sich damit abgefunden hat und Ruhe gibt. Dank Routine, Erfahrungsreichtum und zunehmender Abgeklärtheit ist das im Alter häufiger der Fall als in jüngeren Jahren. Was wieder einmal zeigt: Es ist nicht alles schlecht am Älterwerden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser