Multiple Sklerose: Zahlreiche neue Gene entdeckt

Ein internationales Neurologen-Team hat in einer Studie insgesamt 52 Gene und Gen-Varianten identifiziert, die an der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) beteiligt sind. 29 davon waren zuvor noch nicht bekannt gewesen, zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Und einige davon werfen ein neues Licht auf die Ursachen der MS.

Bei knapp 10.000 Menschen mit MS und 17.000 Kontrollpersonen waren die Gene analysiert worden. Daraus wurden dann diejenigen Gen-Varianten herausgefiltert, die offenbar mit der MS in Verbindung stehen.

Gleiche Krankheitsmechanismen wie bei Diabetes und Morbus Crohn?

Dass die meisten dieser Gene etwas mit der Steuerung des Immunsystems zu tun haben, ist nicht wirklich überraschend. Etwas anderes aber schon: Ein Drittel der neu entdeckten Gene wird auch mit der Entstehung von jugendlichem Diabetes (Diabetes Typ 1) und der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn in Verbindung gebracht. Beide Erkrankungen gelten genau wie die MS als Autoimmunerkrankungen. Liegt möglicherweise all diesen an der Oberfläche so unterschiedlichen Störungen ein gleiches Muster zugrunde? In Form bestimmter Gene, die das Immunsystem verrückt spielen lassen?

Zwei Gene identifiziert, die mit Vitamin D zu tun haben

Und auch noch eine ganz andere Hypothese im Zusammenhang mit der MS-Entstehung erhielt durch die Gen-Analyse neues Futter. Nämlich die, wonach ein Mangel an Vitamin D die Multiple Sklerose auslösen könnte. Zwei der entdeckten Gene sind direkt an der Steuerung des Vitamin-D-Stoffwechsels beteiligt.

Ob die Vermutung der Forscher zutrifft, dass sich auf Basis dieser Erkenntnisse neue therapeutische Möglichkeiten ergeben, muss – auch wenn es gut klingt – wohl mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden. Aber wir drücken die Daumen!

Autoren: WANC/, 11.08.2011
Quelle: Nature, Technische Universität München

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