Ursache der Multiplen Sklerose: Zwei neue Gene entdeckt

Dass auch die Gene bei der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) eine Rolle spielen, ist schon länger bekannt. Zumindest eine Nebenrolle. Nun haben mehrere internationale Forschergruppen unabhängig voneinander zwei neue Gen-Varianten identifiziert, die offenbar ursächlich an der MS beteiligt sind.

Es handelt sich um zwei Gene, die für die Produktion bestimmter Rezeptoren im Immunsystem verantwortlich sind. Genauer gesagt, für den Interleukin-7-Rezeptor (IL7R) und den Interleukin-2-Rezeptor-Alpha (IL2R). Interleukine gibt es im Körper in zahllosen Varianten. Sie spielen bei fast allen Imunprozessen eine bedeutende Rolle. Vieles an diesem komplexen Geschehen liegt freilich immer noch im Dunkeln.

Ein einziger Basentausch genügt

In einer Gen-Analyse von mehreren tausend europäischen MS-Patienten zeigte sich, dass eine winzige Veränderung im ILR7-Gen das Risiko für eine Multiple Sklerose um 20% erhöht. Bei dieser Gen-Variante ist nur ein einziges Basenpaar in der DNA vertauscht. Einen ähnlichen Zusammenhang fand eine andere Arbeitsgruppe für das ILR2-Gen.

Allerdings sind diese Gen-Varianten relativ häufig. So häufig, dass viel mehr Menschen MS haben müssten. Das zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass diese Gene allein als MS-Auslöser nicht genügen. Die meisten Experten gehen heute davon aus, dass immer auch bestimmte Umweltfaktoren hinzukommen müssen, um tatsächlich eine Multiple Sklerose entstehen zu lassen.

Die aktuellen Erkenntnisse haben aber auch gezeigt, dass es außer dem schon lange bekannten HLA-Gen (vierfach erhöhtes MS-Risiko) und den jüngst entdeckten ILR-Genen keine weiteren Gene gibt, die das Risiko für Multiple Sklerose relevant erhöhen.

Autoren: WANC/, 07.08.07

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