Schützt die "Pille" vor Multipler Sklerose?

Die Einnahme der "Pille" zur Empfängnisverhütung scheint bei Frauen auch das Risiko zu reduzieren, an Multipler Sklerose zu erkranken. Dies zumindest deutet eine Studie der Harvard School of Public Health in Boston/USA an.

Die Forscher hatten zuvor in Versuchen in Mäusen entdeckt, dass das weibliche Geschlechtshormon Östrogen vor neurologischen Erkrankungen und insbesondere einer Art Mäuse-MS schützt. In ihrer Studie analysierten sie dann die Daten zur Hormoneinnahme bei 106 Frauen mit Multipler Sklerose und 1.000 Frauen ohne MS. Tatsächlich zeigte sich hier, dass diejenigen, die die Pille einnahmen, seltener an Multipler Sklerose erkrankten – zumindest kurzfristig.

Noch viele Fragen offen?

Darüber hinaus ist aber noch vieles unklar. Handelt es sich wirklich um einen kausalen Effekt? Führt also das Östrogen direkt zu einem MS-Schutz oder sind Ko-Faktoren beteiligt? Hält sich dieser Schutzeffekt auch längerfristiger?

Bis auf weiteres empfehlen die Wissenschaftler, die Entscheidung für oder gegen die Pille nicht von einem möglichen Schutz-Effekt vor Multipler Sklerose abhängig zu machen. Zumal die "Pille" ja auch ihre Nachteile hat. 

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 14.09.05

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