Stimmt es, dass die MS durch eine Venenschwäche im Gehirn verursacht wird?

Ein solcher Zusammenhang wird schon sehr lange diskutiert, und es gibt Experten, die diesen auch heute noch vermuten. Gesichert ist er aber nicht, und der überwiegende Teil der Fachwelt steht dieser These eher skeptisch gegenüber.

Die Hypothese lautet, dass eine sogenannte "chronisch cerebrospinale venöse Insuffizienz" mit der Entstehung einer Multiplen Sklerose in Zusammenhang stehen könnte. Also auf deutsch, ein gestörter Abfluss des venösen Blutes im Gehirn. In der Folge entstehen Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) im Gewebe und Entzündungen.

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Insgesamt umstritten und von fraglicher Relevanz

Entstanden ist die Vermutung wegen der engen Nachbarschaft der typischen MS-Herde ("Entmarkungsherde") mit den ableitenden Venen. Und zumindest in Einzelstudien wurden bei MS-Patienten in Ultraschalluntersuchungen der Hirngefäße tatsächlich häufiger Hinweise auf Venenabfluss-Störungen gefunden.

Aber sicher ist das alles nicht. Und auch die Relevanz dieser Diskussion ist zumindest fraglich. Wenn sich dieser Zusammenhang in den kommenden Jahren bestätigen würde, wäre noch völlig unklar, ob und wie sich daraus vorbeugende oder therapeutische Maßnahmen ableiten ließen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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