Warum erkranken Menschen in den Industrienationen häufiger an MS als Menschen in Entwicklungsländern?

Das ist noch nicht endgültig geklärt. Neben genetischen Ursachen gehen viele Experten davon aus, dass die Entstehung der Multiplen Sklerose dadurch begünstigt werden könnte, dass die Kindheit gewissermaßen "zu hygienisch" verläuft. Dass also eine unhygienischere Umwelt in der Kindheit und die damit einhergehenden gehäuften Infektionskrankheiten das Abwehrsystem "abhärten" und so einen Schutz gegen die Multiple Sklerose aufbauen.

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Was für diese These spricht: Kinder mit Geschwistern erkranken deutlich seltener an MS als Einzelkinder. Das wird damit erklärt, dass Geschwisterkinder durch die gegenseitige Ansteckung auch deutlich häufiger Infektionskrankheiten durchmachen.

Für Allergien (auch seltener in "ärmeren und schmutzigeren" Verhältnissen) wird übrigens ein ähnlicher Zusammenhang vermutet.

Vitamin-D-Hypothese

Eine alternative Hypothese geht von einem anderen Zusammenhang aus. Menschen in der Äquatorialregion (und damit überproportional in den Entwicklungsländern) erleben von Kind an eine intensivere Sonneneinstrahlung. Das Sonnenlicht wiederum fördert die körpereigene Produktion von Vitamin D. Entsprechend haben Menschen in sonnenverwöhnten Ländern meist höhere Vitamin-D-Spiegel. Einige Experten vermuten, dass hohe Vitamin-D-Spiegel das MS-Risiko senken.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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