Können Infektionen in der Kindheit eine MS verursachen?

Das ist umstritten. Die normalen Kinderkrankheiten haben mit der Multiplen Sklerose auf jeden Fall nichts zu tun.

Für einige seltenere Viren-Erkrankungen (u.a. Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus und dem Humanen Herpesvirus 6) und auch bakterielle Infektionen (u.a. in Diskussion: Chlamydien, Spirochäten, Rickettsien, Streptococcus mutans) wird aber ein Zusammenhang mit der Entstehung einer Multiplen Sklerose seit Jahrzehnten diskutiert. Denkbar wäre nach Ansicht der Vertreter dieser Hypothese, dass die Abwehrzellen gegen diese Infektionen später fälschlicherweise auch die eigenen Nervenzellen bzw. die umgebenden Nervenscheiden angreifen.

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Die Befürworter der "Infektions-Theorie" verweisen oft auf eine auffällige Zunahme an MS-Fällen auf den Faröer Inseln, nachdem dort 1943 britische Truppen stationiert waren. Allerdings konnte bisher keine Studie tatsächlich nachweisen, dass ein solcher Zusammenhang mit Viren oder Bakterien besteht.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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